Philosophie Lexikon der Argumente

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Triangulation: Allgemein die Methode, zur Betrachtung eines Objekts einen zweiten Standpunkt hinzuzuziehen, z.B. zur Entfernungsbestimmung. In der Psychologie wird bei der Untersuchung des Spracherwerbs das Verhalten bzw. die Interaktion von Mutter und Kind angesichts eines Gegenstands beobachtet. Der Begriff der Triangulation ist wesentlich für das Verständnis des philosophischen Problems der Privatsprache. Siehe auch Privatsprache, Regelfolgen, Spracherwerb.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 12
Lernen/Sprachlernen/Spracherwerb/Davidson: wir haben jetzt drei statt zwei Klassen von Ereignissen oder Gegenständen: Das Kind findet Tische in relevanter Weise ähnlich. Wir finden Tische ebenfalls ähnlich, außerdem finden wir jede der Reaktionen des Kindes auf Tische ähnlich.
Damit können wir relevante Reize dingfest machen.Form der Triangulation: eine Linie von Kind zum Tisch, eine von uns zum Tisch, eine von uns zum Tisch. Der Reiz befindet sich dort, wo die Linie von Kind zum Tisch sich schneidet mit der Linie von uns zum Tisch.
Bisher wird durch nichts in diesem Bild erwiesen, dass irgendjemand über den Begriff des Objektiven verfügt.
Die Triangulation hat zwar nicht den Begriff, wohl aber die Notwendigkeit erwiesen, dass es überhaupt eine Antwort gibt, was durch die Begriffe dieses Lebewesens begrifflich erfasst wird.
I 50
Sowohl das Kind, als auch der Erzieher muss rot sehen, und außerdem muss er sehen, dass der andere es auch sieht. (Basis für Triangulation).
I 81
Triangulation/Sprachlernen/Davidson: mit der Triangulation meine ich nicht, dass das eine oder andere Wesen mit dem Begriff der Objektivität ausgestattet wird. Nur die Kommunikation kann diesen Begriff liefern. Dafür ist ein Bewusstsein davon erforderlich, dass wir unsere Gedanken und unsere Welt mit anderen teilen.
Das ist der Grund, warum wir die Frage des Inhalts geistiger Zustände nicht vom Standpunkt eines einzigen Wesens betrachten können.
I 116
Externalismus/Sprachlernen/DavidsonVsPutnam, DavidsonVsBurge: dass er mit der Triangulation die Alltagssituation so stark in den Vordergrund rückt, unterscheidet ihn von dem Externalismus Putnams und Burges.
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II 131
Triangulation/Davidson/Glüer: zwei der Seiten des Dreiecks, bestehend aus Kausalhypothesen, sind epistemologisch irrelevant, d.h. auch wenn wir eine Welt präsupponieren müssen, kann sich niemand zur Rechtfertigung seiner Überzeugung auf deren Kausalgenese berufen.
II 171
Triangulation/Selbst/Davidson: das Triangulationsszenario macht deutlich, dass man weder die Vorstellung von einem eigenen Selbst haben kann noch von irgendetwas anderem, bevor man nicht die Vorstellung von anderen Subjekten und einer gemeinsamen Welt hat. Die Perspektive ist also grundlegend.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Davidson I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

Davidson I (a)
Donald Davidson
"Tho Conditions of Thoughts", in: Le Cahier du Collège de Philosophie, Paris 1989, pp. 163-171
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (b)
Donald Davidson
"What is Present to the Mind?" in: J. Brandl/W. Gombocz (eds) The MInd of Donald Davidson, Amsterdam 1989, pp. 3-18
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (c)
Donald Davidson
"Meaning, Truth and Evidence", in: R. Barrett/R. Gibson (eds.) Perspectives on Quine, Cambridge/MA 1990, pp. 68-79
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (d)
Donald Davidson
"Epistemology Externalized", Ms 1989
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson I (e)
Donald Davidson
"The Myth of the Subjective", in: M. Benedikt/R. Burger (eds.) Bewußtsein, Sprache und die Kunst, Wien 1988, pp. 45-54
In
Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

Davidson II
Donald Davidson
"Reply to Foster"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Davidson III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

Davidson IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Davidson V
Donald Davidson
"Rational Animals", in: D. Davidson, Subjective, Intersubjective, Objective, Oxford 2001, pp. 95-105
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

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