Philosophie Lexikon der Argumente

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Phoneme: Sprachlich interpretierte Laute, die für jeweils eine Sprache in einer Systematik zusammengefasst sind und die das Potential haben, die Bedeutung einer größeren lautlichen Einheit in der sie vorkommen, zu verändern. Bsp rot/tot. Als reine Klangereignisse werden diese kleinsten Lauteinheiten Phone genannt.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 27
Lautverschiebung/Rasmus Rask/Lyons: zwischen indogermanischen Sprachen: Bsp f wo Latein oder Griechisch p hatte, Bsp p statt b, Bsp th statt t.
I 66
Laut/Sprache/Realisation/Willkür/Lyons: solange die Unterschiede erhalten bleiben, ändert sich nichts, wenn eine Sprache lautlich oder graphisch anders realisiert wäre.
Pointe: jedes Wort, das unter den normalen Konventionen des Englischen unterschieden wird, wird auch unter den neuen Konventionen unterschieden. Die Sprache selbst wird vom Wechsel der substantiellen Realisation gar nicht betroffen.
I 67
Phonem/Laut/Schrift/Sprache/Lyons: die phonische Substanz hat Vorrang. Es gibt Grenzen für die Aussprache und Vernehmbarkeit gewisser Lautgruppen.
I 102
Laut/Linguistik/Lyons: ist mehrdeutig:
a) Als physikalisch verschieden, ohne zu wissen, welcher Sprache sie angehören. (phonetisch, Phonetik)
b) Innerhalb einer Sprache funktional unterscheidend. (funktionale Bedeutung). Hier geht es um den Zweck der Kommunikation. (Phonologie, phonologisch).
Da führt auch zur Unterscheidung von Sprachlaut und Phonem.
Def Phonologie/Linguistik/Lyons: betrifft die funktionale Seite der Lautunterscheidungen (Zweck der Kommunikation, Lautunterschiede innerhalb einer Sprache, nicht physikalisch aufgefasst).
Def Phonetik/Linguistik/Lyons: hier geht es um rein physikalisch feststellbare bzw. erzeugbare Unterschiede von Lauten, unabhängig von einer Sprache. Unabhängig von eventueller Kommunikation.
Def Sprachlaut/Linguistik/Lyons: ist jede phonetisch (physikalisch) eindeutige Lauteinheit. Es gibt praktisch unendlich viele verschiedene Sprachlaute.
I 103
Hier gibt es „weite“ und „enge“ Transkriptionen und Zwischenstufen.
Bsp Englisch: heller und dunkler L-Laut: hell. Vor Vokalen: Bsp „leaf“
Dunkel: am Ende und vor Konsonanten: Bsp „field“.
Def Phonem/Linguistik/Lyons: ist der Laut, wenn er funktional (nicht rein physikalisch) also zur Unterscheidung zwischen verschiedenen Wörtern gebraucht wird.
I 104
Def Allophone/Linguistik/Lyons: phonetisch unterscheidbare Lautpaare als Stellungsvarianten desselben Phonems.
Laut: Einheit der phonetische (physikalischen) Beschreibung. (Phonetik).
Phonem: Einheit der phonologischen ((s) bedeutungsunterscheidenden) Beschreibung. (Phonologie).
Phonetik: es gibt akustische, auditive und artikulatorische Phonetik.
I 120
Syntagmatisch/Phoneme/Lyons. „horizontale“ Dimension.
I 121
Zwischen Phonemen beschreibt sie die Kombinierbarkeit. Also die Menge von möglichen Wörtern, die über die „realen“ Wörter hinausgeht.
I 124
Phoneme/Unterscheidung/Merkmal/Linguistik/Lyons: a) artikulatorische Merkmale: (labial, velar, dental, stimmhaft, nasal) hier geht es um Vorhandensein bzw. Nichtvorhanden sein (0, 1).
b) distinktive Merkmale: hier geht es darum, welchen Unterschied sie machen, durch den verschiedene Wörter voneinander unterschieden werden. Nicht alle unterscheidbaren Merkmale führen zu einer Unterscheidung zwischen Wörtern. ((s) Einige Wörter können verschieden ausgesprochen werden).
Es entsprechend gibt „funktionale“ und „nicht-funktionale“ Werte.
I 126
Vorteil: so können wir Beschränkungen in der Verteilung bestimmter Phonemklassen einfacher darstellen. Bsp es gibt zwar viele englische Wörter, de mist /sp/, /sk/ oder /St/ beginnen, aber keine, die mit /sb/, /sg/ oder /sd/ beginnen. Sicher handelt es sich dabei aber nicht um ein zufälliges Zusammenfallen der kombinatorischen Eigenschaften von /p/,/k/ und /t/ einerseits und /b/, /g/ und /d/ andererseits. Hier müssen wir nun nicht sechs unabhängige Sachverhalte beschreiben, sondern bloß einen: „Im Kontext /s-/ ist die Unterscheidung stimmhaft/stimmlos nicht funktional“.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977

Lyons I
John Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995

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