Philosophie Lexikon der Argumente

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Wort: ein durch Leerräume von anderen Wörtern getrenntes Gebilde innerhalb einer Sprache. Allgemein werden Wörter durch ein oder mehrere Zeichen gebildet, die aneinandergehängt werden. Ganze Wörter können wiederum als Zeichen aufgefasst werden. In menschlichen Sprachen sind die Elemente der Wörter Buchstaben, in Computersprachen werden auch andere Symbole innerhalb von Worten verwendet. Siehe auch Begriffe, Sprache, Zeichen, Symbole, Subsententiales, Bedeutung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 71
Wort/Linguistik/Lyons: ist insofern mehrdeutig (was wir jetzt eindeutig machen können, als es
a) Als eine Komposition von Ausdruckselementen (Lauten) (Realisation).
b) Völlig abstrakt als grammatische Funktion. (formal).
c) Als graphische Substanz (hier irrelevant).
I 197
Wort/Linguistik/Grammatik/Tradition/Lyons: in der traditionellen Grammatik ist das Wort die Einheit par excellence. Es ist die Grundlage für die Unterscheidung zwischen Morphologie und Syntax und gleichzeitig die wichtigste Einheit der Lexikographie. (Lexikon).
I 198
Def Morphologie/Tradition/Lyons: befasst sich mit der Struktur der Wörter.
Def Syntax: befasst sich mit den Regeln zur Fügung von Wörtern zu Sätzen. Gegensatz zur Syntax: Flexion.
Flexion/Linguistik/Tradition/Lyons: = Formenlehre.
I 200
Wort/Linguistik/Lyons: der Begriff „Wort“ ist mehrdeutig:
a) phonologisches Wort, das repräsentiert
b) grammatisches Wort, das phonologisch (oder orthographisch) repräsentiert wird.
Bsp das phonologische Wort [säng] repräsentiert das grammatische Präteritum von sing.
Es gibt nun auch Fälle, wo
1. Ein phonologisches Wort mehrere grammatische repräsentiert [postmän] : postman und post men
2. Mehrere phonologische Wörter ein grammatisches Wort repräsentieren: Bsp [räd]: Präteritum von read oder Adjektiv red.
c) Dritte, abstrakte Form von „Wort“: Lexem.
I 203
Def Wort/Lyons: man hat vorgeschlagen, „Wort“ als einen „beliebigen Abschnitt eines Satzes“ zu definieren, „an dessen Enden jeweils eine Pause möglich ist“.
Lyons: das ist natürlich keine Definition, sondern eine Beschreibung des Materials, mit dem die Linguistik arbeitet. Sie ist eine Hilfe für ihn bei seiner Arbeit.
Def Wort/Linguistik/semantische Definition/Lyons: (sehr bekannte Definition): „ein Wort kann definiert werden als die Verbindung einer bestimmten Bedeutung mit einem bestimmten Lautkomplex, der eine bestimmte grammatische Verwendungsmöglichkeit hat“.
Lyons: das impliziert, dass das Wort gleichzeitig eine semantische, phonologische und grammatische Einheit ist.
Problem: es mag sein, dass alle Einheiten diese drei Bedingungen erfüllen,
I 204
aber sie sind nicht die einzigen Einheiten, die ihnen genügen. Bsp ganze Syntagmen wie „das neue Buch“ haben eine feststehende Bedeutung, Gestalt und Verwendung. Dasselbe gilt für distributionell beschränkte Segmente selbst höherer Rangstufen.
Falsche Lösung: Wörter als die kleinsten Segmente von Äußerungen aufzufassen, die die drei Bedingungen erfüllen.
Vs: das ist immer noch nicht hinreichend: Bsp das „un“ und akzeptabel“ von „unakzeptabel“ genügen allen drei Bedingungen. Außerdem ist das Wort „unakzeptabel“ mehr oder weniger synonym mit dem Syntagma „nicht akzeptabel“. ((s) >Bsp Synonymie).
Wort/Laut/Kriterium/Phonologie/Lyons: das phonologische Merkmal für die Abgrenzung des Worts ist nie mehr als eine Begleiterscheinung.
Wir definieren das Wort ausschließlich grammatisch.
Wort/Definition/Lyons: Problem: wie ist eine Einheit zu definieren, die einen Mittelrang zwischen Morphem und Satz einnimmt, so dass es einigermaßen unseren Intuitionen entspricht, wobei diese Intuitionen eher von der nicht wesentlichen orthographischen Konvention geleitet ist?
I 207
Wort/phonologisch/Lyons: in vielen Sprachen sind Wörter phonologisch markiert, meist durch einen Akzent.
Wortakzept/Lyons: es gibt feste und starre Wortakzente und auch „beschränkt freie“. Bsp
Latein: Akzentposition ist im Allgemeinen von der Länge der vorletzten Silbe bestimmt.
Polnisch: immer auf der vorletzten
Türkisch: im Allgemeinen auf der letzten
Tschechisch: auf der Anfangssilbe
Vokalharmonie: gibt es im Türkischen und im Ungarischen innerhalb der Wortgrenzen.
I 208
Wortakzent/Lyons: für alle Sprachen mit Wortakzent gilt, dass ein Satz ebenso viele Akzente wie Wörter hat.
Anders: Bsp Russisch: hier hat das Wort „ne“ („nicht“) niemals einen Akzent.
Akzent/Lyons: kann nicht das primäre Merkmal für die Abgrenzung von Wörtern sein.
Bsp Französisch: hier kann eine Kongruenz zwischen phonologischer und grammatischer Struktur, wenn überhaupt, für Einheiten höheren Rangs als des Worts festgestellt werden.
Wort/Kriterien/Lyons: die beiden obigen Kriterien sind nicht nur unabhängig voneinander, sondern auch unabhängig von den Kriterien der Definition von Morphemen als kleinste grammatische Einheiten. Das führt dazu, dass in bestimmen Sprachen dieselben Einheiten
I 210
gleichzeitig Wörter und Morpheme sein können. Bsp Englisch die Morphe /nais/, ,/boi/, /wont/ (nice, boy, want) gleichzeitig die Morpheme „nice“, „boy“ und „want“ und grammatische Wörter, die jeweils aus einem Morphem bestehen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ly II
John Lyons
Semantics Cambridge, MA 1977

Lyons I
John Lyons
Einführung in die moderne Linguistik München 1995

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