Philosophie Lexikon der Argumente

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Assoziation: durch Wiederholung gelernte (auch unbewusst gelernte) Verknüpfung von Sinneseindrücken, Vorstellungen, Gedanken oder Überzeugungen. Assoziation ist unterschieden von Kausalität. (Siehe Kausalität).

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 96
Assoziationen/Deacon: (>Symbolische Referenz/Deacon; >Symbolisches Lernen/Deacon; > Icon/Deacon; >Lernen/Deacon).
a) Indexartige Stufe/zeichenartig: (Korrelation Reiz/Reaktion, Geräusch/Objekt, Signal/Gegenstand): hier gibt es konkurrierende Mengen von überlappenden assoziativen Relationen. Diese werden in sich gegenseitig stärkende semantische Kategorien auf der höheren, der symbolischen Stufe übersetzt.
b) Symbolische Stufe: hier gibt es Relationen zwischen den Symbolen, die es auf der Stufe der indexartigen Relationen nicht gibt: Bsp Bedeutungskategorien, syntaktische Unterschiede usw. Auf dieser Ebene konkurrieren die Reize nicht miteinander, wie sie es auf der zeichenartigen Stufe tun.
Das erklärt, warum z.B. Tiere, die die symbolische Stufe erreicht haben, schneller lernen. Die neuartigen Assoziationen zwischen Zeichen (nicht mehr nur zwischen einem Zeichen und einem Objekt) führen zu einem Netzwerk mit zwei vorherrschenden Typen von Assoziation: a) eins gegenüber vielen – b) viele gegenüber einem.
I 97
Gedächtnis/Deacon: jede zeichenartige Assoziation (Reiz/Reaktion) erhält nun auf der symbolischen Stufe Unterstützung durch eine große Anzahl anderer zeichenartiger Assoziationen, weil alle auf vielfältige Weise im Gedächtnis kodiert sind. Zusammen sind sie viel stärker geschützt gegen Auslöschung, weil die externen Relationen zu Objekten nun relativ weniger Gewicht hat.
Assoziatives Lernen/Deacon: das erklärt, warum wir relativ leicht extrem viele Wörter lernen.
Gehirn: speichert und findet zeichenartig und symbolhaft assoziierte Information auf dieselbe Weise. Das zeigen Versuche mit elektrischen Reizen, die gleichzeitig mit dem Vorkommen von Wörtern gesetzt wurden.
I 98
Tier: Versuche mit Affen (Savage-Rumbaugh et al., 1978; 1980 und Savage-Rumbaugh 1986) zeigten, dass neues Vokabular schneller gelernt wurde, wenn die Tiere fähig zu symbolischer Assoziation waren. Das können wir die symbolische Schwelle nennen.
I 266
Assoziationen/Sprache/Deacon: das rekursive Einbetten von Teilsätzen schafft auf eine ökonomische Weise eine Hierarchie von Assoziationen.
I 267
Im Gehirn sind die Operationen für die Organisation dieser kombinatorischen Relationen im präfrontalen Cortex angesiedelt.
I 277
Sprache/Gehirn: Beim Menschen ist das Kleinhirn wahrscheinlich in viel stärkerem Maße an der Analyse von Klängen beteiligt. Das kann sehr wichtig für die Bildung von Wortassoziationen sein. Das Kleinhirn ist sehr schnell bei der Bildung von Vorhersagen. Eine Verlinkung mit dem Kleinhirn ist z.B. günstig für schnelle Konjugationen, die bei der Bildung von Sätzen gebraucht werden.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013

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