Philosophie Lexikon der Argumente

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Referenz, Philosophie: Mit Referenz wird a) die Relation zwischen einem Ausdruck und einem oder mehreren Gegenständen also die Bezugnahme oder b) der Gegenstand (Bezugsgegenstand) selbst gemeint. Terminologische Verwirrung entsteht leicht dadurch, dass der Autor, auf den dieser Begriff letztlich zurückgeht - G. Frege - von Bedeutung sprach (im Sinn von „auf etwas deuten“). Man nennt Referenz daher manchmal auch Fregesche Bedeutung im Gegensatz zu Fregeschem Sinn, der das bezeichnet, was wir heute Bedeutung nennen. Siehe auch Bedeutung, Sinn, Intension, Extension.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 43
Referenz/Tier/Deacon: es ist nicht die Komplexität von Sprache, nicht Grammatik, nicht Syntax, nicht Artikulation und auch kein großes Vokabular, das Tiere vom Entwickeln einer Sprache abhält, sondern das einfach Problem herauszufinden, wie eine Kombination von Wörtern auf Dinge referiert.
Warum ist das so schwierig?
In der Evolution sehen wir, dass es eine andere Art der Referenz gibt als die menschliche symbolische Referenz.
a) Symbolische Referenz: die menschliche Referenz mit Wörtern und Zeigen auf Gegenstände
b) Nichtsymbolische Referenz/Deacon: ist in jeder nichtmenschlichen Kommunikation aufzufinden. (Und auch in menschlicher Kommunikation.)
Problem: man kann die außerordentliche Sprachlernfähigkeit von Kindern nicht erklären, wenn man symbolische Referenz nicht als gegeben annimmt. Aber sie ist nicht gegeben1
I 63
Referenz/Deacon: ist teilweise im Kopf. Sie wird durch einen Interpretationsprozess im Zuge einer Art Antwort gebildet. Referenz damit zum Wort (Zeichen, Geräusch, Geste) sie ist ihm aber nicht intrinsisch.
I 65
Interpretant: (das, was einen befähigt, die Referenz herauszufinden), ist ein Mediator. Unterschiede in der Form der Referenz (symbolisch, nichtsymbolisch) sind Unterschiede in der Form der Interpretanten. Interpretanten können z.B. Erfahrungen im Umgang mit Gegenständen sein.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013

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