Philosophie Lexikon der Argumente

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Sprache, Philosophie: eine Menge von zu einem Zeitpunkt fixierten lautlichen oder schriftlich kodierten Formen zum Austausch von Informationen bzw. von Unterscheidungen innerhalb einer Gemeinschaft, deren Mitglieder in der Lage sind, diese Formen als Zeichen oder Symbole zu erkennen und zu interpretieren. Im weiteren Sinn auch Zeichensysteme, die von Maschinen verarbeitet werden können. Siehe auch Kommunikation, Sprachregeln, Bedeutung, Bedeutungswandel, Information, Zeichen, Symbole, Wörter, Sätze, Syntax, Semantik, Grammatik, Pragmatik, Übersetzung, Interpretation, Radikale Interpretation, Unbestimmtheit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 26
Sprache/DeaconVsTradition: traditionelle Paradigmen sind z.B.
1. Erklärung durch Assoziation/assoziative Abbildungen: danach entspringt die Architektur der Sprache vollständig außerhalb unseres Organismus
2. Mentalesisch/innere mentale Sprache: danach liegt sie vollständig innerhalb unseres Organismus
3. Angeborenes grammatisches Wissen (>Chomsky).
4. Innere Bilder, die durch Klänge ausgelöst werden (> Behaviorismus).
Nature/nurture/Deacon/(s): diese klassische Frage dreht sich darum, was uns von der Natur mitgegeben wurde und was wir erworben haben (nurture = Nahrung). Je nachdem, ob die Antwort näher am Ende der angeborenen Eigenschaften (instinktivem Wissen) liegt, wird Lernen als eher überflüssig angesehen.
DeaconVsChomsky: trotz der erstaunlichen Sprachlernfähigkeiten von Kindern muss der Ursprung woanders gesucht werden und andere Fragen gestellt werden.
I 53
Sprache/Deacon: ist ein abgeleitetes Charakteristikum (abgeleitet aus viel länger bestehender Tierkommunikation) und sollte daher als Ausnahme einer Regel analysiert werden, nicht umgekehrt.
Tierkommunikation: wird meistens fälschlicherweise als „Sprache minus etwas“ behandelt.
I 54
Tatsächlich ist Sprache ein abhängiges Stiefkind der viel reicheren Kommunikation, die auch Gesten, Zeigen, Tonfall, Interaktion mit Gegenständen usw. beinhaltet.
Es ist nicht so, dass Sprache andere Formen der Kommunikation ersetzt hat. Sie hat sich vielmehr parallel dazu entwickelt.
I 309
Sprache/Gehirn/Deacon: die Lateralisierung (Lateralisation, Aufteilung von Aufgaben auf die rechte und linke Hirnhälfte) ist fast mit Gewissheit ein Effekt und nicht eine Ursache innerhalb der Koevolution von Sprache und Gehirn. Ich glaube sogar, dass sie ein Effekt in der Sprachentwicklung von Individuen ist. Dabei geht es um eine Aufteilung von Aufgaben,
I 310
so dass sie leichter parallel verarbeitet werden können.
I 311
Kinder mit nur einer Hirnhälfte können alle Aspekte der Sprache erlernen. (Plastizität des Gehirns) Wenn wir die Sprachverarbeitung im Gehirn verstehen wollen, müssen wir nicht so sehr die individuellen Gegebenheiten untersuchen, die von Individuum zu Individuum wechseln, sondern das, was die individuelle Entwicklung vorantreibt.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013

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