Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 84
Symbolisches Lernen/Symbolische Assoziation/Symbole/Tier/Savage-Rumbaugh/Rumbaugh/Deacon: (Savage-Rumbaugh et al., 1978; 1980 und Savage-Rumbaugh 1986): Versuche mit Schimpansen und anderen Affenarten. Die Affen bekommen Bildschirme mit anklickbaren Symbolen (Lexigrammen), mit denen sie Assoziationen dieser Zeichen mit Gegenständen oder Aktivitäten lernen.
Symbolischer Gebrauch von Zeichen: war für die Tiere schwer zu lernen, eine rudimentäre Form von syntaktischen Verknüpfungen entwickelte sich jedoch. Damit ging das Lernen über einen einfachen indexartigen Gebrauch der Zeichen hinaus.
I 85
Es wurden Gruppen von Symbolen gebildet, für Objekte bzw. für Aktionen. Nachdem die Tiere etliche Symbole in gewissen Kombinationen gelernt hatten, wurden sie mit neuen Kombinationen konfrontiert. Einige Tiere wiederholten stereotyp die gelernten Kombinationen, während andere alle möglichen Kombinationen ausprobierten.
Problem beim Lernen: sinnlose Kombinationen können nicht ausgeschlossen werden, bevor sie auftreten. Der Grund dafür ist, dass den Tieren das Verständnis der Kombinationsmöglichkeiten, die durch die Eigenschaften des Systems bestimmt sind, fehlt.
I 86
Kategorien: ob die Tiere den Unterscheid flüssig/fest gelernt hatten, stellte sich heraus, als neue Symbole für neue Objekte eingeführt wurden. Tatsächlich genügten bei den neuen Symbolen erheblich weniger Versuche, bis sich der Lernerfolg eingestellt hatte. Die Tiere hatten auch gewisse logische Relationen zwischen den Symbolen (Lexigrammen) gelernt, nicht nur zwischen Symbolen und Objekten.
I 87
Symbolisches Lernen: drei Stufen: (dargestellt durch zwei Ebenen und ihre Abbildungsrelationen)
Unterste Stufe: Indexartig/zeichenartig: nur direkte Relationen zwischen Zeichen und Objekten. Keine Korrelation zwischen den Zeichen, keine Korrelation zwischen den Objekten.
Mittlere Stufe: Muster von Symbolkombinationen bilden sich aus – immer noch keine Korrelationen zwischen den Objekten.
Oberste Stufe: Symbolisch: hier gibt es Korrelationen auf beiden Ebenen: der Ebene der Objekte (pragmatische und physische Korrelationen) – auf der Symbolebene: logische Relation zwischen den Symboltokens.
Symbolisches Lernen/Fazit/(s): wegen der Strukturiertheit der Relationen der Symbole untereinander unterscheidet sich dieses Lernen stark vom Lernen von Zeichen, die lediglich auf Objekte abgebildet werden.
I 88
Symbolische Referenz/Deacon: kein einzelnes Symbol (Lexigramm) legt seine Referenz fest.
I 413
Symbolisches Lernen/Deacon: was das symbolische Lernen so schwer macht ist das Lernen von konditionierten Assoziationen höherer Stufe. Individuen mit rudimentären symbolischen Fähigkeiten haben einen enormen Selektionsvorteil. Das hat auf die Dauer symbolisches Lernen quasi unfehlbar gemacht.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Dea I
T. W. Deacon
The Symbolic Species: The Co-evolution of language and the Brain New York 1998

Dea II
Terrence W. Deacon
Incomplete Nature: How Mind Emerged from Matter New York 2013

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