Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 103
Reziprozität/Rawls: Bsp zwei repräsentative Menschen in einer Gesellschaft, A sei weniger, B stärker begünstigt. A kann die Vorteile, die B zukommen, akzeptieren, wenn dies seine eigenen Erwartungen verbessert. Wäre B nicht in seiner Position, ginge es A noch schlechter. Das legt ein Schema der sozialen Kooperation voraus, ohne das niemand ein befriedigendes Leben hätte.
Differenzprinzip/Rawls: sichert, dass alle dieser Kooperation zustimmen. (Siehe Differenzprinzip/Rawls).
I 291
Reziprozität/Sparen/Generationengerechtigkeit/Rawls: die Generationen sollen sich fragen, wieviel sie bereit sind, anzusparen, wenn alle anderen dasselbe tun. Dadurch sollen sie ein Prinzip des gerechten Sparens aufstellen, dass für alle gilt.
I 288
Einzig die Angehörigen der allerersten Generation profitieren nicht davon, aber niemand weiß in der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft, zu welcher Generation er gehört.
I 290
Reziprozität/Rawls: Das Prinzip der Reziprozität wird meist angewendet, wenn es um einen Ausgleich von Vorteilen geht. Aber man kann der früheren Generation nichts zurückgeben. Das ist der Spezialfall für die Reziprozität beim Sparen.
I 291
Alexander Herzen und auch Kant beklagten die Ungerechtigkeit, dass die Späteren von den Leistungen der Früheren profitieren, ohne etwas zurückzugeben.
RawlsVsKant/RawlsVsHerzen: diese Gefühle sind fehl am Platze: die Relation ist asymmetrisch, aber das ist zu beheben. Zunächst stellt sich die Frage der Gerechtigkeit wegen der zeitlichen Erstreckung in nur einer Richtung gar nicht. Was gerecht oder ungerecht sein kann ist die Weise, wie Institutionen mit dieser Situation und mit historischen Möglichkeiten umgehen. Wenn nun alle Generationen mit Ausnahme der ersten profitieren, und jeder von seinen Vorfahren erbt, muss nur ein gerechtes Spar-Prinzip gewählt werden, das sicherstellt, dass Spätere auch von seinen Leistungen profitieren. Die einzige Reziprozität zwischen Generationen ist virtuell. Die Einzelheiten kann jede Generation jedoch für sich selbst regeln.
I 292
Lösung/Rawls: Individuen als Teil einer Familienlinie anzunehmen, die sich fortsetzt. Das weitere wird von den beiden Prinzipien der Gerechtigkeit geregelt.
I 293
Kein Benachteiligter aus irgendeiner Generation kann sich dann beklagen, dass andere nicht ihren Teil beitragen. Menschen in verschiedenen Generationen haben Pflichten und Verpflichtungen einander gegenüber wie es Zeitgenossen haben. Die gegenwärtige Generation kann nicht tun was ihr beliebt sondern muss sich so verhalten, wie die Prinzipien es vorschreiben, die in der Anfangssituation gewählt würden, in der niemand weiß, welche Rolle er selbst spielt.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005

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> Gegenargumente gegen Rawls

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