Philosophie Lexikon der Argumente

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Magisches Denken: die zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten und geschichtlichen Zusammenhängen anzutreffende Einstellung, das Denken selbst könne eine Wirkung haben, die außerhalb des Denkens erkennbar würde.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 121
Magie/Flusser: für Menschen, denen die Konventionalität nicht bewusst ist, ist die Welt nicht so strukturiert, als ob sie in Bildern dargestellt werden könnte, sondern sie ist tatsächlich in Bildern darstellbar.
Sie ist "szenisch". Es gibt keinen Unterschied zwischen "wirklicher " und "imaginärer" Welt.
Sobald von der Imagination oder von Mythos geredet wird, sind diese gefährdet. Wir sollten nicht vergessen, dass sich unsere eigene Imagination auf einer anderen Ebene als bei Kindern und Primitiven abspielt.
I 121
Wer sich mit der Welt durch Bilder verbindet, wer sie als Szene erlebt, wer imaginativ lebt, für den ist die Welt zugleich richtig und entsetzlich. Sie ist "heilig".
Es ist nichts Primitives an der Weltanschauung, die Götter als "wertvoll" ansieht, sie steht nur historisch hinter der profanen Weltanschauung der erklärenden Texte, aber nicht bildlich.
I 122
Wenn man glaubt, "früher" sei weniger gut als "später" und "älter" sei weniger wahr als "jünger" dann hat man die Verhältnisse der Informationen, die die linearen Codes ordnen, falsch - nämlich bildlich - gelesen.
Zu sagen, jeder Baum berge einen Gott oder jede Quelle eine Nixe ist im Grunde nichts anderes, als zu sagen, jedes Ding sei "unsichtbar" mit allen anderen verbunden.
Und zwar so, dass diese Verhältnisse ein Bild ergeben. Gott, Seele, Nixe sind Namen für Verhältnisse zwischen Dingen innerhalb eines absoluten, zeitlosen unsterblichem weil die kreisende Zeit enthaltenden Ganzen. Darum sind Götter, Nixe usw. unsterblich. Die Elemente des Bildes können sich verschieben, aber die Verhältnisse sind konstant.
In einer solchen Welt zu leben, heißt, ständig gegen Regeln zu verstoßen, denn leben heißt, sich bewegen und sich bewegen heißt, seinen richtigen Platz im Bild zu verlassen. Das muss sich "rächen" Das Leben in der Magie ist "entsetzlich". > Imagination II


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Fl I
V. Flusser
Kommunikologie Mannheim 1996

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> Gegenargumente gegen Flusser

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