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John Locke über Gesellschaftsvertrag – Lexikon der Argumente

Höffe I 251
Gesellschaftsvertrag/Locke/Höffe: Zu den Verbindlichkeiten, die in Lockes vorvertraglichem Naturzustand herrschen, gehört das Recht, mangels einer öffentlichen Gewalt die Verletzung der einschlägigen göttlichen und natürlichen Gebote selbst zu ahnden. Den einzigen Ausweg, den Naturzustand zu verlassen, sieht Locke im Einrichten einer politischen oder bürgerlichen Gesellschaft(1). Vgl. >Naturzustand/Locke.
Religiöse Begründung/Höffe: (...) Lockes Legitimation [enthält] noch vormoderne Elemente, womit sich der Philosoph trotz seiner Wertschätzung von Vernunft und Erfahrung methodisch nie hinreichend von seiner puritanischen Herkunft emanzipierte. >Gemeinschaft/Locke.
Staat: (...), für die Einrichtung eines Staatszustandes erhält der Vertragsgedanke (...) seine wichtigste Rolle. 1) Er erklärt den Ursprung staatlicher Gewalt, bestimmt 2) deren Funktion und legt 3) deren Grenzen fest. Alle drei Aufgaben bündeln sich im Daseinszweck des Staates, in der Abwehr all der äußeren und inneren
Höffe I 252
Gefahren, die den Grundgütern der Bürger, Leben, Freiheit und Eigentum, drohen. >Eigentum/Locke.
Liberalismus: Mit seinem typisch liberalen Zweck, der Gefahrenabwehr und dem damit verbundenen Eigentumsschutz, beantwortet Locke die selbstgestellte Frage: Welches Motiv veranlasst zweckrationale Personen, die ihren in Begriffen von Freiheit definierten Nutzen zu maximieren suchen, freiwillig ihrer natürlichen Freiheit und Macht zu entsagen und sich den Fesseln einer Rechts- und Staatsordnung zu unterwerfen, die fortan das Tun und Lassen zwangsbewehrt regelt?
Lockes Antwort: Um die Gefahren der Parteilichkeit und der Machtlosigkeit zu überwinden, wird die Privatjustiz zugunsten eines gemeinsamen unparteiischen Schiedsrichters abgeschafft, der nach festen Regeln entscheidet. >Naturzustand/Locke.
Problem: (...) eine zweifache Rechtsunsicherheit (...): Die Menschen haben nicht immer genügend Macht, um ihr Recht durchzusetzen, und falls sie die Macht haben, droht die Gefahr, dass sie sich zu viel nehmen.


1. Locke, Second treatise of Government, 1689/90, Kap VII.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Loc III
J. Locke
An Essay Concerning Human Understanding

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016

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> Gegenargumente gegen Locke
> Gegenargumente zu Gesellschaftsvertrag

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