Philosophie Lexikon der Argumente

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Entscheidungstheorie: hier geht es nicht um Entscheidbarkeit von Problemen innerhalb endlicher Zeit, sondern um die Konsequenzen von Entscheidungen. Siehe auch Rationalität, Handlungen, Konsequentialismus, Konsequenz, Praktisches Schließen, Entscheidbarkeit, Kontrafaktisches Konditional.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Sunstein I 25
Entscheidungstheorie/Kollektive Intelligenz/Condorcet/Sunstein: die Genauigkeit der Urteile zu denen statistisch ausgewählte Gruppen gelangen wird am besten durch das Theorem von Condorcet erklärt. (1)
Def Jury Theorem/Condorcet/Sunstein: bei einer Ja/Nein-Frage mit 50 %-Chance für jeden der beiden Ausgänge tendiert die Wahrscheinlichkeit für eine richtige Antwort in Richtung 100 % wenn die Größe der befragten Gruppe zunimmt.
Sunstein: Gruppen sind hier besser als Individuen und größere Gruppen besser als kleine, solange zwei Bedingungen erfüllt sind: 1. Die Mehrheitsregel wird angewendet, 2. Jede Person liegt wahrscheinlich eher richtig als falsch.
I 26
Der phänomenale Erfolg von Webseiten wie dem Zagat Survey (bei dem es um Restaurantbewertungen etc. geht) verdankt sich Condorcets Jury Theorem. (2)
Demokratie/Sunstein: selbst für Rechtfertigungen der Demokratie wir das Theorem herangezogen. (3)
I 27
Bedingungen/Condorcet: 1. Für die Beteiligten sollte es keine Rolle spielen, ob ihre Stimmen entscheidend sein würden.
2. Die Beteiligten sollten nicht durch die Stimmen der anderen beeinflusst werden
3. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Beteiligter richtig liegt sollte statistisch unabhängig von der Wahrscheinlichkeit dafür sein, dass ein anderer Beteiligter richtig liegt. (4)
I 28
Sunstein: es hat sich herausgestellt, dass das Jury Theorem auch bei Verletzung der 3. Bedingung zutrifft. (5)
Probleme/Sunstein: wenn die Wahrscheinlichkeit, mit der Gruppenmitglieder falsch liegen steigt, steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit für ein falsches Gesamtergebnis.
I 29
Beispiele für Gruppen, in denen durchaus falsche Vorstellungen herrschen gibt es: Bsp 93 % der Amerikaner glauben, dass Arabische Terroristen das World Trade Center zerstörten, aber nur 11 % der Kuwaitis. Damit das Theorem von Condorcet angewendet werden kann, müssen wir einen bestimmten Level an Informiertheit bei den Beteiligten voraussetzen.
I 42
Irrtümer: in vielen Wissensbereichen weisen Gruppen von Beteiligten nicht rein zufällige Irrtümer auf, sondern es gibt eine gewisse Systematik von Fehlmeinungen.


1. See William P. Bottom et al., “Propagation of Individual Bias through Group Judgment: Error in the Treatment of Asymmetrically Informative Signals,” Journal of Risk and Uncertainty 25 (2002): 152–54.
2. See Zagat Survey Web site, http://www.zagat.com/about/about.aspx.
3. See Goodin, Reflective Democracy, 91–108.
4. Siehe . Bottom et al., “Propagation of Individual Bias through Group Judgment, p. 153
5. ibid.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Condo I
N. de Condorcet
Tableau historique des progrès de l’ esprit humain Paris 2004

Sunstein I
Cass R. Sunstein
Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge Oxford 2008

Sunstein II
Cass R. Sunstein
#Republic: Divided Democracy in the Age of Social Media Princeton 2017

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