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Methode: ein Verfahren, auf das sich Teilnehmer an einer Diskussion oder einem Forschungsvorhaben geeinigt haben. Bei Verstößen gegen eine Methode wird vor allem die Vergleichbarkeit der Ergebnisse angezweifelt, da diese nicht mehr aus einer Menge mit einheitlich definierten Eigenschaften der Elemente stammen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Wilhelm Dilthey über Methode – Lexikon der Argumente

Gadamer I 13
Methode/Dilthey/Gadamer: Dilthey [beruft sich] auf die Selbständigkeit der geisteswissenschaftlichen Methoden und [begründet] diese durch die Rücksicht auf ihr Objekt(1). Gadamer: Solche Berufung klingt zunächst gut aristotelisch und könnte eine echte Ablösung von dem naturwissenschaftlichen Vorbild bezeugen. Nun aber bezieht sich Dilthey für diese Selbständigkeit der geisteswissenschaftlichen Methoden dennoch auf das alte Baconsche „Natura parendo vincitur“(2) - ein Grundsatz, der dem klassisch-romantischen Erbe, das Dilthey verwalten möchte, geradezu ins Gesicht schlägt.
GadamerVsDilthey: So muss man sagen, dass selbst Dilthey, dessen historische Bildung seine Überlegenheit gegenüber dem zeitgenössischen Neukantianismus ausmacht, in seinen logischen Bemühungen im Grunde nicht weit über die schlichten Feststellungen hinausgekommen ist, die Helmholtz machte. Mag Dilthey noch so sehr die erkenntnistheoretische Selbständigkeit der Geisteswissenschaften verfochten haben - was man in der modernen Wissenschaft Methode nennt, ist überall ein und dasselbe und prägt sich in den Naturwissenschaften nur besonders vorbildlich aus.
Methode/GadamerVsDilthey: Es gibt keine eigene Methode der Geisteswissenschaften. Wohl aber kann man mit Helmholtz fragen, wie viel Methode hier bedeutet, und ob die anderen Bedingungen, unter denen die Geisteswissenschaften stehen, für ihre Arbeitsweise nicht vielleicht viel wichtiger sind als die induktive Logik.


1. W. Dilthey, Gesammelte Schriften Bd. I. S. 4
2. Ebenda, S. 20


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Dilth I
W. Dilthey
Gesammelte Schriften, Bd.1, Einleitung in die Geisteswissenschaften Göttingen 1990

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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