Philosophie Lexikon der Argumente

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Methode: ein Verfahren, auf das sich Teilnehmer an einer Diskussion oder einem Forschungsvorhaben geeinigt haben. Bei Verstößen gegen eine Methode wird vor allem die Vergleichbarkeit der Ergebnisse angezweifelt, da diese nicht mehr aus einer Menge mit einheitlich definierten Eigenschaften der Elemente stammen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Sokal I 113
Methode/Soziologie/Bruno Latour/SokalVsLatour/BricmontVsLatour/Bricmont/Sokal: die Werke von Bruno Latour enthalten in großer Zahl Vorschläge, die so mehrdeutig formuliert sind, dass sie kaum wörtlich zu nehmen sind. Und wenn man ihnen die Mehrdeutigkeit nimmt, gelangt man zu dem Schluss, dass das, was Latour behauptet, entweder wahr und banal oder aber überraschend und eindeutig falsch ist. Bsp (B. Latour, Science in Action, Cambridge 1987, p. 99):
Latours Dritte Regel: „Da die Beilegung einer Kontroverse die Ursache der Darstellung der Natur ist, nicht die Folge davon, können wir anhand des Ergebnisses – der Natur – niemals erklären, wie und warum eine Kontroverse beigelegt wurde.“
SokalVsLatour: Latour geht ohne Kommentar oder Begründung von der „Darstellung der Natur“ in der ersten Satzhälfte umstandslos zu „der Natur“ in der zweiten Hälfte über. Wenn wir in beiden Satzteilen „Darstellung der Natur“ lesen sollen, gelangen wir zu der Binsenweisheit, dass die wissenschaftlichen Darstellungen der Natur (d.h. die Theorien) durch einen gesellschaftlichen Prozess erreicht werden und Verlauf und Ergebnis dieses gesellschaftlichen Prozesses nicht einfach durch dessen Ergebnis erklärt werden können.
Wenn wir dagegen „Natur“ im zweiten Satzteil (im Zusammenhang mit dem Wort „Ergebnis“) ernst nehmen, gelangen wir zu dem Anspruch, dass die äußere Welt durch das Handeln der Wissenschaftler geschaffen wird – eine doch recht bizarre Form des radikalen Idealismus.
Wenn wir schließlich das Wort „Natur“ im zweiten Satzteil ernst nehmen,
Sokal I 114
aber das „Ergebnis“ davor streichen, gelangen wir entweder (a) zur schwachen (und auf triviale Weise wahren) Behauptung, dass Verlauf und Ergebnis einer wissenschaftlichen Kontroverse nicht ausschließlich durch das Wesen der äußeren Welt erklärt werden können (natürlich wird gesellschaftlich entschieden, welche Experimente überhaupt durchgeführt werden, oder (b) zur starken (und eindeutig falschen) Behauptung, das Wesen der äußeren Welt spiele bei der Bestimmung des Verlaufs und des Resultats einer wissenschaftlichen Kontroverse keine Rolle.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Lat I
Bruno Latour
Science in Action: How to Follow Scientists and Engineers Through Society Cambridge, MA 1988

Sokal I
Alan Sokal
Jean Bricmont
Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen München 1999

Sokal II
Alan Sokal
Fashionable Nonsense: Postmodern Intellectuals’ Abuse of Science New York 1999

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> Gegenargumente zu Methode

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