Philosophie Lexikon der Argumente

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Alan Sokal über Wissenschaft – Lexikon der Argumente

I 10
Wissenschaft/Sokal/Bricmont: unser Buch richtet sich gegen die Auffassung, die moderne Wissenschaft sei nur ein „Mythos“, eine „Erzählung“ oder „gesellschaftliche Konstruktion“.
I 11
1. SokalVsRelativismus: gegeneinen „epistemischen Relativismus“.
2. SokalVsPostmoderne/SokalVsPostmodernism.
I 12
Unser Buch kritisiert nicht die Geisteswissenschaften insgesamt. Diejenigen, die das behaupten, legen ihre eigene Geringschätzung gegenüber diesen Fachgebieten an den Tag.
I 17
Sokals Hoax/Sokals Joke: bei der Zeitschrift „Social Text“ reichte Sokal 1996 einen nicht ernst gemeinten Text zur Veröffentlichung ein, der auf absurde Weise wissenschaftliche Begriffe in einem völlig sinnlosen Zusammenhang brachte. Überraschenderweise wurde der Text von dieser Zeitschrift zur Veröffentlichung angenommen. Es handelte sich um den Text „Transgressing the Boundaries: Towards a Transformative Hermeneutics of Quantum Gravity“ – Deutsch:“ Die Grenzen überschreiten: Auf dem Weg zu einer transformativen Hermeneutik der Quantengravitation“.
Anschließend machte Sokal in der Zeitschrift Lingua Franca öffentlich, dass es sich dabei um eine Parodie gehandelt hatte.
I 18
Inhalt der Parodie: er verspottet das überholte „Dogma“, es gebe „eine äußere Welt, deren Eigenschaften unabhängig vom einzelnen Individuum und sogar von der gesamten Menschheit sind“ und behauptet dann kategorisch, die „physische ‚Realität‘ [sei] nicht weniger als die gesellschaftliche, im Grunde ein soziales und sprachliches Konstrukt.“ - …“das pi Euklids und das G Newtons, die früher als konstant und universal galten, werden heute in ihrer unabwendbaren Historizität gesehen“.
I 19
Die in dem Text vorkommenden Zitate von Autoren sind authentisch. Sokals Parodie bestand darin, sie auf absurde Weise miteinander zu verknüpfen.
Die von Sokal parodierten Autoren sind Gilles Deleuze, Jacques Derrida, Félix Guattari, Luce Irigaray, Jacques Lacan, Bruno Latour, Jean-Francois Lyotard, Michel Serres und Paul Virilio.
Die Vollendung der Parodie bestand in der überraschenden Tatsache, dass der absurde Text von der Zeitschrift „Social Text“ tatsächlich zur Veröffentlichung angenommen wurde.
I 21
Beispiele für die sinnlose Verwendung wissenschaftlicher Begriffe durch einige Autoren, die sich selbst postmoderne Autoren nennen:
Subjekt/Psychologie/Jacques Lacan: Lacan behauptet, dass die Struktur des neurotischen Subjekts exakt dem Torus entspricht.
Poesie/Mathematik/Julia Kristeva: behauptet, dass die poetische Sprache durch die Mächtigkeit des Kontinuums theoretisch zu erfassen ist.
Krieg/Topologie/Jean Baudrillard behauptet, dass der moderne Krieg in einem nicht-euklidischen Raum stattfindet.
I 22 Fußnote
VsSokal/VsBricmont: einige Kritiker haben Sokal und Bricmont mit Lehrern verglichen, die ihren Schülern schlechte Noten in Mathematik und Physik erteilen.
SokalVsVVS/BricmontVsVs: in der Schule müssen die Kinder diese Fächer lernen – aber niemand hat diese Autoren gezwungen, wissenschaftliche Begriffe zu verwenden, von denen sie keine Ahnung haben.
I 23
Sokal/Bricmont: Bei unserem Unternehmen ging es nicht darum, Autoren „kleine Fehler“ bei Zitieren vorzuwerfen, sondern es geht um eine tiefe Gleichgültigkeit, wenn nicht Verachtung gegenüber Fakten und Logik.
Was verteidigt werden muss, ist ein Kanon der Rationalität und der intellektuellen Redlichkeit, der allen Disziplinen zu Eigen sein sollte.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Sokal I
Alan Sokal
Jean Bricmont
Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen München 1999

Sokal II
Alan Sokal
Fashionable Nonsense: Postmodern Intellectuals’ Abuse of Science New York 1999

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