Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
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Def Institution/Institutionen/Rawls: eine Institution ist ein öffentliches Regelsystem das Verwaltungsstellen und Rollen zusammen mit ihren Rechten und Pflichten, Vollmachten und Unverletzlichkeiten usw. definiert. Die Regeln sehen bestimmte Strafen und Abwehrmassnahmen usw. vor. Als Besipiele für Institutionen oder, allgemeiner, soziale Praktiken können wir Spiele und Rituale, Gerichtsverfahren und Parlamene, Märkte und Eigentumssysteme ansehen. Eine Institution kann aufzwei verschiedene Weisen betrachtet werden:
a) als abstraktes Regelsystem
b) als Realisierung im Denken und Handeln von bestimmten Personen zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten.
Wenn es darum geht herauszufinden, ob eine Institution im Recht ist oder nicht, ist es am besten, das konkrete Handeln zu betrachten.
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Wir nehmen an, dass die Handelnden innerhalb einer Institution sich der Regeln und der Resultate ihrer Ausübung bewusst sind und dieses Bewusstsein auch bei anderen Beteiligten voraussetzen. Wenn es auch nicht immer zutrifft, ist dies eine plausible Verallgemeinerung. Es gibt dann eine gemeinsame Basis für die Bestimmung gemeinsamer Erwartungen. Für die Vertragstheorie ist wichtig, dass man voraussetzt, dass die Prinzipien öffentlich und bekannt sind.
Regeln/Strategien: wir müssen zwischen den Regeln einer Institution und den Strategien unterscheiden, die die Institution gegebenenfalls anwenden kann, um ihre Ziele zu erreichen. (Siehe auch J. R. Searle Speech Acts, Cambridge, 1969, pp.33-42).
Strategien: Die Strategien, die unter anderem auf wechselseitigen Vermutungen der Beteiligten über einander basieren, sind nicht Teil der Institution. Vielmehr gehören sie zur Theorie über die Institution, z.B. des Parlaments.
Theorie: nimmt die geltenden Regeln als gegeben an und analysieren die Weise, wie die Macht im System verteilt ist
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und wie die Beteiligten ihre Chancen nutzen.
Verhalten: das Verhalten von Individuen sollte soweit wie möglich koordiniert werden, so dass die Resultate vom Standpunkt der sozialen Gerechtigkeit die besten sind, auch wenn sie den Einzelnen möglicherweise nicht bewusst sind.
J. Bentham: sieht dies als eine künstliche Identifikation von Interessen an. (Siehe E: Halévy, La Formation du radicalisme philosophique, Vol. 1, Paris 1901, pp.2-24.)
Adam Smith: versteht darunter das Wirken der Unsichtbaren Hand. (Siehe A. Smith The Wealth of the Nations, (Ed. Edwin Cannan) New York, 1937).
Wir müssen die Institution von den Regeln und diese wiederum vom sozialen System unterscheiden, denn jedes für sich genommen kann ungerecht sein, ohne das die anderen ungerecht sind. Ungerechtigkeiten können sich auch erst aus der Kombination dieser Elemente ergeben.
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Rituale/Rawls: werden allerdings nicht als ungerecht bezeichnet.
Formales Recht/Rawls: nehmen wir nun an, es gibt ein geltendes System von Regeln, die zuverlässig von der Institution angewendet werden, auch wenn wir selbst die Regeln nicht akzeptieren. Dann können wir von einem formalen Recht sprechen. Recht und Institution sind dann nicht voneinander trennbar.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005

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> Gegenargumente gegen Rawls

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