Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 113
Verpflichtungen/Rawls: 1. im Unterschied zu moralischen Erfordernissen erwachsen Verpflichtungen aus einem freiwilligen Handeln, sei es ausdrücklich oder stillschweigend.
2. Der Inhalt einer Verpflichtung wird immer von einer Institution definiert.
3. Verpflichtungen sind normalerweise einem Individuum geschuldet, nämlich solchen Individuen, deren Zusammenarbeit ein fragliches Arrangement aufrechterhält.
Beispiele sind Verpflichtungen, die aus einem öffentlichen Amt oder dem Heiraten folgen.
Es kann sein, dass jemand berechtigt ist, Verpflichtungen zu verweigern, wenn dies aus dem Prinzip der Fairness folgt.
I 115/116
Reziprozität: folgt nicht etwa aus einer vertraglichen Vereinbarung zwischen Individuen, sondern aus dem zweiten Teil des Fairnessprinzips: (Siehe Rawls I 111: Man hat diesem Arrangement zugestimmt.)
I 116 (Anmerkung)
Verpflichtungen/M. Walzer/Rawls: Ansichten, politische Verpflichtungen ausschließlich aus Übereinstimmung herzuleiten finden sich in M. Walzer Obligations: Essays on Disobedience, War, and Citizenship, Cambridge, Mass. 1970, pp. Ix-xvi, 7-10, 18-21, und ch. 5.)
I 350
Pflichten/Verpflichtung/Rawls: Frage: unter welchen Bedingungen sind wir verpflichtet, ein ungerechtes Gesetz zu befolgen? Es ist ein Irrtum, dass wir niemals zu so etwas verpflichtet wären.
I 350
Bis zu gewissen Grenzen sind wir verpflichtet, im Rahmen unserer praktizierten Rechtordnung, auch ungerechte Gesetze zu befolgen. Problem: wo sind die Grenzen? Hier gilt es, verschiedene Prinzipien abzuwägen.
Weiteres Problem: unsere Prinzipien der Gerechtigkeit nehmen eine ideale Gesellschaft in perfekter Ordnung an, dazu gehört auch eine strikte Befolgung von Gesetzen.
Ungerechtigkeit: wenn wir mit Ungerechtigkeit zu tun haben, kommen andere Prinzipien ins Spiel, unter anderem eine Theorie der Strafen, ausgleichender Gerechtigkeit, gerechtem Krieg, zivilem Ungehorsam und militärischem Widerstand. Die Theorie der Gerechtigkeit als Fairness kann nicht direkt auf sie angewendet werden.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005

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> Gegenargumente gegen Rawls

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