Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 230
Mehrheit/Minderheit/Wahlen/Politik/Rechte/Gerechtigkeit/Rawls: gegen die Mehrheitsregel wird manchmal eingewendet, dass sie die Stärke der Bedürfnisse und der Gefühle der Minderheit nicht berücksichtige.
RawlsVs: es ist ein Missverständnis, dass die Stärke der Gefühle bei der Gesetzgebung eine Rolle spielte. Im Gegenteil: wann immer Gesetze und Gerechtigkeit eine Rolle spielen dürfen wir nicht nach Gefühlen urteilen, sondern so, dass die Gerechtigkeit gestärkt wird. Es geht darum, wie gerecht das wahrscheinliche Ergebnis sein wird.
Ebenso, wenn annähernde Gleichheit zwischen den streitenden Parteien herrscht:
I 231
Alles hängt von der Gerechtigkeit des wahrscheinlichen Ergebnisses ab.
Problem: wenn die Vorstellungen von Gerechtigkeit in der Gesellschaft divergieren, wird es schwieriger, eine reine Mehrheitsregel zu verteidigen. Sollten Verdacht und Missgunst in einer Gesellschaft vorherrschen, mag es sein, dass es keine verlässlichen Prozeduren zur Herbeiführung von Entscheidungen gibt.
Der springende Punkt ist hier, dass Gefühlsstärke kein Maßstab bei der Beurteilung von Rechtmäßigkeit verfassungsmäßiger Ordnungen ist.
I 356
Mehrheiten/Rawls: es steht nirgends geschrieben, dass der Wille der Mehrheit gleichbedeutend mit dem Recht ist. Wenn die Mehrheit auch die Verfassung schreiben kann, ist damit nicht garantiert, dass alle Elemente gerecht sind.
I 357
Wenn wir Gesetze kritisieren, tun wir dies, indem wir zeigen, dass sie unter idealen Bedingungen nicht gewählt worden wären.
I 359
Gesetzgebung/Rawls: ist nach anderen Prinzipien gestaltet als es ein idealer Markt ist; beim idealen Markt werden andere Bedingungen des Funktionierens und andere Prinzipien vorausgesetzt. (Siehe Märkte/Rawls, Effizienz/Rawls). Das Ziel von Märkten ist Effizienz, das von Gesetzgebung Gerechtigkeit. Während man bei idealen Märkten annehmen muss, dass sie effizient sind, muss man bei der Gesetzgebung nicht voraussetzen, dass alle Ergebnisse gerecht sind.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005

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> Gegenargumente gegen Rawls

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