Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 274
Verteilungsgerechtigkeit/Rawls: These: nur durch Gestaltung von Märkten kann das Problem der gerechten Verteilung als ein Fall von reiner Verfahrensgerechtigkeit gelöst werden. Dadurch bewahren wir auch Effizienz und die wichtige Freiheit der individuellen Berufswahl.
I 275
Institutionen: Wir brauchen ein geeignetes Sozialsystem um Verteilungsgerechtigkeit zu sichern, egal, wie sich historische Zufälligkeiten herausstellen. Zu den grundlegenden Institutionen, die dafür erforderlich sind, gehören eine Verfassung, die gleiche Bürgerrechte garantiert, Bewusstseins- und Gedankenfreiheit, politische Freiheit, ein gerechtes Wahlsystem sowie gerechte Gesetzgebung, faire Chancengleichheit und freie Berufswahl. Die Regierung muss zusätzlich ein Unterstützung der sozial Schwachen und im Krankheitsfall sicherstellen. Die Institutionen, die dies garantieren sollen, können wir in vier Zweige einteilen. (Siehe R. A. Musgrave, The Theory of Public Finance, New York, 1959, ch. I).
I 276
1. Zuweisung: hier muss das Preissystem kompetitiv gehalten werden. Problem: Effizienz. Das Zuweisungssystem hat es mit Steuern und Subventionen zu tun, um bei Marktabweichungen korrigieren zu können.
2. Stabilisierung: dieser Zweig ist um Vollbeschäftigung in dem Sinne bemüht, dass jeder den von ihm gewünschten Beruf ergreifen kann und die Wirtschaftsentfaltung effektiv ist. Die beiden ersten Zweige sichern zusammen die Effizienz der Marktökonomie.
3. Transfer: hier geht es um soziale Absicherung (social minimum). Hier müssen Bedürfnisse berücksichtigt und eingeordnet werden. Problem: Ein kompetitives System von Marktpreisen gibt hier keine Orientierung. Das führt zu einer Arbeitsteilung zwischen Teilen des Sozialsystems.
I 277
4. Verteilung: Die Institutionen zur Ermöglichung von Verteilungsgerechtigkeit sind Steuergesetzgebung und Eigentumsordnung. 1. Eine gleichmäßige Verteilung von Besitz ist anscheinend eine notwendige Bedingung für die Aufrechterhaltung gleicher Freiheiten.
I 278
Ungleichheit: die Ungleichheit von ererbten Gütern ist nicht inhärent schlechter als die von Intelligenz. Es geht darum, dass alle Ungleichheiten durch das Differenzprinzip behandelt werden, sodass sie letztlich den Schwächsten zugutekommen. (Siehe Differenzprinzip/Rawls).
2. Steuergesetzgebung, die dem Staat Einnahmen für die Gewährleistung öffentlicher Güter verschafft.
I 279
Die Einzelheiten der Ausgestaltung sind Sache der politischen Theorie und nicht der Theorie der Gerechtigkeit.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005

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> Gegenargumente gegen Rawls
> Gegenargumente zu Verteilungsgerechtigkeit

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