Philosophie Lexikon der Argumente

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Richtigkeit, Korrektheit, Philosophie: Im Gegensatz zum Begriff der Wahrheit bezieht sich der Begriff der Richtigkeit auf ein implizit oder explizit vorausgesetztes Regelsystem, das erfüllt oder nicht erfüllt wird. Während Wahrheit etwas ist, das Sätzen zu- oder abgesprochen wird, wird Richtigkeit eher auf Handlungen - auch sprachliches Handeln – sowie auf Abbildungen angewendet. Im Gegensatz zu Wahrheit erlaubt Richtigkeit Abstufungen. Siehe auch Wahrheit, Wahrheitsbedingungen, Korrektheit, Unbestimmtheit, Systeme, Theorie, Erfüllung, Erfüllbarkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Rawls I 477
Richtigkeit/Correctness/Right/Good/W. D. Ross/Rawls: es könnte scheinen, die Doktrin des Handelns aus reiner Gewissenhaftigkeit sei irrational.: Diese Doktrin sagt, dass
1. Das höchste moralische Motiv das Bedürfnis ist das Richtige zu tun und zwar einfach, weil es richtig und gerecht ist; keine andere Beschreibung sei gerechtfertigt.
2. Während andere Motive zweifellos eine Berechtigung haben - z.B. weil das Richtige zu tun das menschliche Glück vergrößert - sind diese Motive dennoch moralisch von geringerem Wert als wenn man das Richtige allein deswegen tut, weil es das Richtige ist.
Ross These: der Sinn für das Richtige ist das Bedürfnis nach einem bestimmten (und unanalysierbaren) Gegenstand, denn eine bestimmte (und unanalysierbare) Eigenschaft charakterisiert Handlungen, die unsere Pflicht sind. Andere moralische wertvolle Bedürfnisse, die zwar mit dem Richtigen verknüpft sind, sind nicht Bedürfnisse nach dem Richtigen selbst. (Siehe W. D. Ross, The Right and the Good (Oxford, 1930) pp. 157-160; W. D. Ross The Foundations of Ethics (Oxford, 1939) pp. 205f.)
J. N. FindlayVsRoss/Rawls: damit wird das Richtige zu einer willkürlichen Präferenz (Siehe J. N. Findlay, Values and Intentions (London, 1961) pp. 213f.)
I 478
RawlsVsRoss: ein so verstandener Sinn für das Richtige ist nicht sinnvoll begründet: Er erinnert an eine Präferenz für Tee statt für Kaffee. Selbst wenn es eine Präferenz für das Richtige geben sollte - sie zu eine Regulativ für die Grundstruktur unserer Gesellschaft zu machen ist äußerst kapriziös. Das wird bloß verschleiert durch den Zusammenhang mit vernünftigen Gründen für richtige Urteile.
Lösung/Rawls. Die Prinzipien der Gerechtigkeit stellen sicher, dass wir mit anderen nach den Grundsätzen zusammenleben, die jedermann als fair akzeptieren würde. (Siehe Prinzipien/Rawls.)


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Ross, W. D.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005

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> Gegenargumente gegen Ross

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