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| Character, Semantik: Nach David Kaplan ist der Charakter eines Ausdrucks (wie z.B. eines Demonstrativpronomens) die regelhafte Art und Weise, wie dieser Ausdruck seinen Referenten in einem bestimmten Kontext bestimmt. Es ist die instruktionale Komponente der Bedeutung eines Ausdrucks. Gegenbegriff bei Kaplan ist der Inhalt._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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David B. Kaplan über Charakter – Lexikon der Argumente
Newen I 120 Zweidimensionale Semantik/Kaplan/Newen/Schrenk: Unterscheidung von a) Äußerungskontext: In ihm wird eine Äußerung gemacht und eine Wahrheitsbedingung (WB) festgelegt - und einer b) Auswertungswelt: In ihr wird die Äußerung als wahr oder falsch bewertet. - Charakter/Kaplan: Tabelle, in der eine (bei Kaplan indexikalische) Äußerung geschrieben wird, und dann, in Zeilen die Äußerungskontexte, in Spalten die Auswertungswelten eingetragen werden. - Das berücksichtigt damit zusätzlich die Kontextabhängigkeit von Indikatoren. ((s) Bsp "Ich bin in NY (Rio/Tokyo)" geäußert in NY/Rio/Tokyo.) Def Charakter: Funktion von möglichen Äußerungskontexten auf Wahrheitsbedingungen. - Der Satz bekommt erst in einer Äußerungssituation seine Wahrheitsbedingungen. >Wahrheitsbedingungen, >Zwei-dimensionale Semantik. Newen I 121f Zweidimensionale Semantik/Kaplan/Newen/Schrenk: unterscheidet notwendig/a priori: a) notwendig: Bsp "Ich bin Cicero": in der ersten Zeile nur wahr. - (Wenn wahr, notwendig wahr, sonst notwendig falsch.) b) a priori: Bsp "Ich bin jetzt hier" Diagonale nur wahr, sonst falsch. Diagonale: zeigt die Tatsache an, dass der Ort und Zeit immer der Ort und die Zeit der Äußerung ist. Stalnaker: Vorschlag: nur die Diagonale zu berücksichtigen. Notwendig und a priori: Bsp Cicero ist identisch mit Cicero: hier überall nur wahr. - - - Stalnaker I 192 Def Charakter/Kaplan: = Bedeutung - Funktion von möglichen (Gebrauchs-) Kontexten auf Referenten - (Newen/Schrenk: Der Charakter ist die gesamte Tabelle der zwei-dimensionalen Semantik). Kaplan These: Charakter und Inhalt (content) müssen getrennt werden. Charakter/Bedeutung: ist eine Regel die sagt, wie der Referent durch Tatsachen über den Kontext bestimmt wird. Vgl. >Inhalt/Kaplan, >Gehalt. Inhalt/content/Kaplan: = sekundäre Intension. Inhalt: möglicherweise unbekannt trotz Sprachkompetenz. - ((s) >Götter-Bsp Zwei allwissende Götter) - ((s) Charakter/(s): Wer es jeweils sein könnte. Inhalt: Wer es tatsächlich ist.) - Bsp auf wen "Ich" referiert. Stalnaker I 194 Inhalt/sekundäre Intension: kann in verschiedenen möglichen Welten verschieden sein a) Weil der Kontext verschieden ist b) Weil die Bedeutung anders ist. - (Das gehört zur Metasemantik). Stalnaker I 208 Charakter/Kaplan/Stalnaker: wird von der primären Intension festgelegt. Kognitiver Wert/Stalnaker: ist dann der Charakter eines Gedankens. >Intensionen, >Intension/Stalnaker._____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
D. Kaplan hier nur externe Quellen; vgl. die Angaben in den einzelnen Beiträgen. New II Albert Newen Analytische Philosophie zur Einführung Hamburg 2005 Newen I Albert Newen Markus Schrenk Einführung in die Sprachphilosophie Darmstadt 2008 Stalnaker I R. Stalnaker Ways a World may be Oxford New York 2003 |
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