Philosophie Lexikon der Argumente

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Reduktionismus, Philosophie: Sammelbegriff für Versuche, entweder Aussagen in einem Fachgebiet auf Aussagen eines Teilgebiets dieses Fachgebiets zurückzuführen oder Aussagen eines Fachgebiets mit Aussagen eines anderen Fachgebiets gleichzusetzen. Dabei geht es vor allem um die Rechtfertigung solcher Übertragungen. Reduktionismus im engeren Sinn ist die These, dass Reduktion möglich ist. Typische Reduktionismen gibt es im Bereich der Philosophie des Geistes. Siehe auch Holismus, Eliminativismus, Materialismus, Physikalismus, Funktionalismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 87
Reduktionismus/Reduktion/Information/Morozov: Das Problem mit Silicon Valley's Bestreben, die Informationen der Welt zu organisieren (...) ist, dass man dazu tendiert, den schlimmsten Auswüchsen des "Informationsreduktionismus" zu erliegen - einer Tendenz, alles Wissen durch das Prisma der Informationen zu betrachten, dass "eine Reihe von Indizes" das vorliegende Phänomen "adäquat beschreiben sollen, wie der Soziologe Nikolas Tsoukas schreibt. (1) Das Streben, das Wissen der Welt zu organisieren, kann nicht weitergehen, ohne dem Wissen, das es zu organisieren sucht, wenigstens etwas Gewalt anzutun.
Informationsreduktionismus/Tsoukas These: Informationsreduktionismus gedeiht immer dann, wenn Menschen Ideen als autonome Objekte betrachten, die zwischen Sender und Empfänger in ihrer ursprünglichen Form ausgetauscht werden können. Ideen werden als völlig unabhängig betrachtet, nicht nur von den Infrastrukturen, die sie transportieren, sondern auch von einander. Das ist ein sehr naiver Blick auf die Art und Weise, wie Menschen und Institutionen kommunizieren.
Transparenz/Information/Mark Fenster: Der Rechtswissenschaftler Mark Fenster hat argumentiert, dass "die Transparenz-Theorie im Kern die Form eines klassischen, linearen Kommunikationsmodells annimmt, das einen einfachen Prozess der Informationsübertragung von einer Quelle zu einem Zielpublikum über das Medium einer Botschaft postuliert. Eine solche oberflächliche und eindimensionale kybernetische Interpretation der Kommunikation blendet Transparenzbegeisterte, wie Fenster es ausdrückt, "die ausufernde, oft inkohärente Bürokratie der modernen Regierung, die Glätte der Information", die schwer fassbaren und frustrierenden Fähigkeiten der Öffentlichkeit und letztlich die Schwierigkeiten des Kommunikationsprozesses selbst. (2) In Wirklichkeit gibt es leider nur selten Informationen, die durch verschiedene Transparenzuntersuchungen aufgedeckt wurden, in dem objektiven, jungfräulichen Zustand, den sich die Informationsreduktionisten vorstellen. So wird, wie Fenster argumentiert, "jede Botschaft", die Regierungsinformationen beinhalten, produziert und existiert nur innerhalb eines politischen und ordnungspolitischen Rahmens, der ihre Entstehung formt und nur innerhalb einer vermittelten Umgebung zirkuliert, die sie im Prozess der Bereitstellung umgestaltet. (Siehe auch Information/Lakoff)
I 89
Informationsreduktionismus/Morozov: dieser benutzt die Ausdrücke „Transparenz“ und „Offenheit“ mehrdeutig, in Bezug auf Open Source (Software) oder Zugänglichkeit allgemeiner Information. (3)


1. Haridimos Tsoukas, “The Tyranny of Light: The Temptations and the Paradoxes of the Information Society”, Futures 29, no. 9 (November 1997): 827– 843.
2. Mark Fenster, “The Opacity of Transparency,” Iowa Law Review 91 (2005): 885– 949.
3. Christopher M. Kelty, “Conceiving Open Systems,” Washington University Journal of Law & Policy 30 (2009): 139.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Morozov I
Evgeny Morozov
To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism New York 2014

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