Philosophie Lexikon der Argumente

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Kausalität: die Relation zwischen zwei (getrennten) Entitäten, wobei eine Zustandsveränderung der einen Entität bewirkt, dass der Zustand der anderen Entität sich ändert. Heutzutage wird angenommen, dass eine Energieübertragung entscheidend dafür ist, dass man von einem Kausalzusammenhang sprechen kann.
D. Hume leugnete als erster konsequent die Beobachtbarkeit von Ursache und Wirkung. (David Hume Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand, Hamburg 1993, S. 95).


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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 56
Kausalität/Big Data/Mayer-Schönberger: bei der Analyse sehr großer Datenmengen spielt die Kausalität zwischen Faktoren gar keine Rolle mehr. Es geht einzig um Korrelation. Z.B: stellte die FICO (Fair Issac Corporation) 2011 fest, dass Leute, die länger an derselben Adresse lebten, lange verheiratet waren und ein Auto besaßen, ihre Medikamente regelmäßiger nahmen. Hier wird keine kausale Beziehung zwischen dem Besitz eines Autos und dem Nehmen von Medikamenten angenommen und es besteht auch keine.
I 64
Denken/Daniel Kahneman/Mayer-Schönberger: nach Kahneman, der zwei Arten des Denken unterscheidet – schnelles und langsames Denken – tendiert das schnelle Denken dazu, Kausalbeziehungen anzunehmen, wo keine sind. Es ist darauf angelegt, vorhandenes Wissen und Überzeugungen zu bestätigen. Dieses Denken wird uns in früheren Zeiten geholfen haben, in einer gefährlichen Umgebung zu überleben, wo wir uns oft schnell entscheiden mussten. (1)
I 66
Durch Korrelationen erfassen wir einen Eindruck von den wichtigen Variablen, die wir dann in Experimenten einsetzen können, um Kausalität zu untersuchen.
I 67
Kausalität: die Suche nach ihr wird stattfinden, nachdem die Big Data-Analyse ihre Arbeit getan hat.


1. Daniel Kahneman, Thinking, Fast and Slow (Farrar, Straus and Giroux, 2011), pp. 74–75.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

MSchoen I
Viktor Mayer-Schönberger
Big Data: A Revolution That Will Transform How We Live, Work, and Think New York 2013

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> Gegenargumente gegen Mayer-Schönberger
> Gegenargumente zu Kausalität

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