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Friedrich A. von Hayek über Märkte – Lexikon der Argumente

Mause I 71
Markt/Hayek: These: Die wichtigsten gesellschaftlichen Institutionen (wie etwa der Markt) seien nicht das Produkt bewusster Planung, sondern unbewusster sozialer Evolution. Und diese soziale Evolution dürfe nicht behindert, sondern müsse für die Herausbildung institutioneller Innovationen offen gehalten werden.

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Gaus I 246
Märkte/Hayek/D'Agostino: "[D]er Kosmos des Marktes wird und konnte nicht von einem solchen einheitlichen Maßstab von Zielen regiert werden; er dient der Vielzahl separater und inkommensurabler Ziele aller seiner einzelnen Mitglieder" (1976(1): 108).
D'Agostino: Wir sehen es vielmehr als eine Frage, die an Individuen delegiert und durch den Preismechanismus vermittelt wird. Die Antwort auf die Frage "Was soll produziert und wie soll es verteilt werden?" ist also schlicht und einfach das Ergebnis der Antworten der Individuen über die Marktmechanismen auf die Frage "Was will ich und wie bereit bin ich, dafür zu bezahlen? Diese (soziale) Option ist faktisch die beste, bei der jeder Einzelne die Güter, für die er bereit und in der Lage ist, zu bezahlen, als seinen Anteil an den in seiner Gesellschaft produzierten Gütern hält.
Andere Optionen, bei denen alle Individuen unabhängig von ihren eigenen Einschätzungen einen gewissen "normalen" Anteil an Grundgütern halten oder bei denen der Anteil der Individuen zwar unterschiedlich ist, aber nicht an die eigenen Zahlungen der Individuen "angeglichen" wird, werden vom System, das durch die Prinzipien der Tauschfreiheit definiert ist, dieser speziellen Option untergeordnet. Vgl. >Diversität/Liberalismus.
(Dies ist die Begründung, relativ zur Ideologie des Marktes, für das Prinzip des "user pays", das in jüngster Zeit bei Gütern, einschließlich Dienstleistungen, die traditionell von Organisationen des öffentlichen Sektors produziert wurden, viel angewandt wurde).
Vielfalt/D'Agostino: In der hier entwickelten Darstellung ist der Markt ein (spezifisch liberales) Instrument, um Kohärenz zu erreichen, ohne die Vielfalt zu opfern. Wie Hayek sagte, "ist es der große Vorteil des Marktes, der eine Einigung über Ziele unnötig [Repräsentativität] und eine Versöhnung divergierender Zwecke möglich macht [Kohärenz]" (1976(1): 112).
VsHayek: Gewiss vermuten und argumentieren einige Theoretiker aus verschiedenen theoretischen Perspektiven, dass die Art der "Versöhnung divergierender Zwecke", die insbesondere die Marktmechanismen der Dezentralisierung erleichtern, tatsächlich über eine verdeckte (und illegitime) Normalisierung der Subjekte funktioniert und daher im Gegensatz zur Hayek'schen Ideologie von einer (manipulierten) "Einigung über die Ziele" abhängt.


1. Hayek, Friedrich (1976) Law, Legislation and Liberty. Vol. 2, The Mirage of Social Justice. Chicago: University of Chicago Press.


D’Agostino, Fred 2004. „Pluralism and Liberalism“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Hayek I
Friedrich A. Hayek
The Road to Serfdom: Text and Documents--The Definitive Edition (The Collected Works of F. A. Hayek, Volume 2) Chicago 2007

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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