Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
I 156
Ultimatumspiel/ultimatum game/bahavioral finance/Surowiecki: von zwei Spielern macht einer einen Vorschlag, wie der Betrag von z.B. 10 Dollar aufzuteilen ist. Der andere kann den Vorschlag annehmen oder ablehnen. Bei Annahme steckt jeder der beiden seinen entsprechenden Anteil ein, lehnt er ab, gehen beide leer aus. (1)
Problem: der zweite Spieler müsste also jedes Mal mit einem minimalen Ergebnis zufrieden sein. Ein rationaler Spieler wird sich dessen bewusst sein und dem anderen jedes Mal ein niedriges Angebot machen. In der Praxis werden jedoch extrem ungünstige Angebot in der Regel zurückgewiesen. Die Menschen gehen lieber leer aus, als eine zu starke Benachteiligung zu akzeptieren.
I 157
Da die Spieler dies ahnen – wahrscheinlich, weil sie selbst so reagieren, werden nur selten extrem unattraktive Angebote gemacht. Dieses Verhalten wurde in verschiedenen Regionen der Welt beobachtet. (2)
Rationalität/Surowiecki: dieses Verhalten weicht stark von der „rationalen“ Theorie über menschliches Verhalten ab, nach der die Menschen das für sie beste Ergebnis wählen.
Tiere/Ultimatumspiel: es wurde gezeigt, dass weibliche Kapuzineraffen auf unfaire Verhandlungsangebote beleidigt reagieren. (3)
I 159
Zeitliche Variante/Menschliche Teilnehmer: in einer Variante des Ultimatumspiels, wurde der Anschein erweckt, dass ein Spieler seine Position einem besseren Abschneiden in einem früheren Spiel verdankte. In dieser Situation akzeptierten die Spieler, dass diese Person einen höheren Anteil bekam.
I 174
Diktatorspiel: ist eine Variante des Ultimatumspiels, bei dem der zweite Spieler das Angebot nicht zurückweisen kann.

1. Über Ultimatum-Spiele siehe Vernon L. Smith, »Constructivist and Ecological Rationality in Economics«, American Economic Review 93/2003, S. 465-508.
2. Über Spielweisen von Ultimatum-Spielen in verschiedenen Ländern: Alvin E. Roth, Vesna Prasnikar, Masahiro Okuno-Fujiwara Fujiwara und Shmuel Zamir, »Bargaining and Market Behavior in Jerusalem, Ljubljana, Pittsburgh and Tokyo – An Experimental Study«, American Economic Review 81/1991, S. 1068-1095.
3. Sarah F. Brosnan und Frans B. M. de Waal, »Monkeys Reject Unequal Pay«, Nature 425/2003, S. 297ff.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Surowi I
James Surowiecki
Die Weisheit der Vielen: Warum Gruppen klüger sind als Einzelne und wie wir das kollektive Wissen für unser wirtschaftliches, soziales und politisches Handeln nutzen können München 2005

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> Gegenargumente gegen Surowiecki

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