Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
III 38
Argumentation/Habermas: Argumentation nennen wir den Typus von Rede, in dem die Teilnehmer strittige Geltungsansprüche thematisieren und versuchen, diese mit Argumenten einzulösen oder zu kritisieren Ein Argument enthält Gründe, die in systematischer Weise mit dem Geltungsanspruch einer problematischen Äußerung verknüpft sind. Die „Stärke“ eines Arguments bemisst sich, in einem gegebenen Kontext, an der Triftigkeit der Gründe; diese zeigt sich unter anderem daran, ob ein Argument die Teilnehmer eines Diskurses überzeugen, d.h. zur Annahme des jeweiligen Geltungsanspruchs motivieren kann.
Rationalität: kann vor diesem Hintergrund danach beurteilt werden, wie ein Subjekt sich als Argumentationsteilnehmer verhält. Rationale Äußerungen sind aufgrund ihrer Kritisierbarkeit auch verbesserungsfähig.
III 45
Die Logik der Argumentation bezieht sich nicht, wie die formale, auf Folgerungszusammenhänge zwischen semantische Einheiten (Sätzen) sondern auf interne, auch nicht-deduktive Beziehungen zwischen pragmatischen Einheiten (Sprechhandlungen), aus denen sich Argumente zusammensetzen.
III 47
Drei Aspekte: 1. Ähnelt Argumentation einer Kommunikation unter idealen Bedingungen, die eine als ideale Sprechsituation zu charakterisierende Situation darstellt. Hier sind allgemeine Symmetriebedingungen zu rekonstruieren, die jeder kompetente Sprecher als hinreichend erfüllt voraussetzen muss.
III 48
2. Als Prozedur handelt es sich um eine speziell geregelte Form der Interaktion der Arbeitsteilung zwischen Proponent und Opponent. Hier wird ein Geltungsanspruch thematisiert in einer von Handlungs- und Erfahrungsdruck entlasteten Situation, in der Ansprüche mit Gründen und nur mit Gründen geprüft werden.
3. Ist Argumentation darauf angelegt, triftige Argumente zu produzieren.
Def Argument/Habermas: Argumente sind diejenigen Mittel, mit deren Hilfe die intersubjektive Anerkennung für den zunächst hypothetisch erhobenen Geltungsanspruch eines Proponenten herbeigeführt und damit Meinung in Wissen transformiert werden kann. Siehe Argument/Toulmin.
III 55
HabermasVsKlein, Wolfgang (1): Klein will die Logik der Argumentation als eine nomologische Theorie aufziehen und muss deshalb Regeln an kausale Gesetzmäßigkeiten und Gründe an Ursachen assimilieren.
III 56
HabermasVs: wir müssen dagegen mit Toulmin eine Pluralität von Geltungsansprüchen zulassen, ohne gleichzeitig den kritischen, raumzeitliche und soziale Beschränkungen transzendierenden Sinn von Gültigkeit zu dementieren.
III 57
Wir können die Stärke von Argumenten nicht beurteilen (…) wenn wir nicht den Sinn des jeweiligen Unternehmens verstehen. (2)

III 339
Argumentation/Grund/Begründung/Habermas: Argumente oder Gründe haben mindestens diese gemeinsam, dass sie, und nur sie, unter den kommunikativen Voraussetzungen einer kooperativen Prüfung hypothetischer Geltungsansprüche die Kraft rationaler Motivation entfalten können. Allerdings in jeweils typischen Formen der Argumentation (je nach Geltungsanspruch der propositionalen Wahrheit, der normativen Richtigkeit, der Wahrhaftigkeit und Authentizität).


1. W. Klein, Argumentation und Argument in. Z. f. Litwiss. u. Ling. H, 38/39, 1980, p. 49f.
2. St. Toulmin, R. Rieke, A. Janik, An Introduction to Reasoning, N.Y. 1979, p.15.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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> Gegenargumente gegen Habermas

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