Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Habermas III 46
Argumentation/Toulmin/Habermas: St. Toulmin stützt sich auf J. A. Blair,, R. H. Johnson (Eds) Informal Logic, Inverness, Cal. 1980, X.
Toulmin: A. auf der einen Seite kritisiert Toulmin absolutistische Auffassungen, die theoretische Erkenntnisse, moralisch-praktische Einsichten und ästhetische Bewertungen auf deduktiv zwingende Argumente oder empirisch zwingende Evidenzen zurückführen Soweit Argumente im Sinn logischer Folgerung zwingend sind, fördern nichts substantiell Neues zutage; und soweit sie überhaupt substantiellen Gehalt haben, stützen sie sich auf Evidenzen und Bedürfnisse, die mit Hilfe mehrerer Beschreibungssysteme und m Lichte wechselnder Theorien verschieden interpretiert werden können und deshalb keine ultimative Grundlage bieten.
Habermas III 47
B. Auf der anderen Seite kritisiert Toulmin ebenso sehr relativistische Auffassungen, die den eigentümlich zwanglosen Zwang des besseren Argumentes nicht erklären und den universalistischen Konnotationen von Geltungsansprüchen, wie der Wahrheit von Propositionen oder der Richtigkeit von Normen, nicht Rechnung tragen können. Laut B. R. Burleson (1) argumentiert Toulmin, das keine der beiden Positionen reflexiv ist, d.h. keine kann für sich innerhalb ihres eigenen Rahmens „Rationalität“ beanspruchen. Der Absolutist kann sich nicht auf ein Erstes Prinzip berufen, der Relativist muss behaupten, dass seine eigene Position oberhalb der Relativität von Urteilen angesiedelt sei.
Habermas: wir müssen stattdessen fragen: wie können Gründe ihrerseits kritisiert werden? An der argumentativen Rede lassen sich drei Aspekte unterscheiden. Siehe Argumentation/Habermas.
Habermas III 58
Toulmin unterscheidet auf der prozeduralen Ebene zwischen konflikt- und konsensorientierten Mustern der Organisation (2) und auf der Prozessebene zwischen funktional spezifizierten Handlungskontexten.
Habermas III 59
Fünf repräsentationale Felder: Recht, Moral, Wissenschaft, Management und Kunstkritik. (3) Es wird dabei stets dasselbe Argumentationsschema herauspräpariert.
III Habermas III 60
Damit meint er aber keine zeitlosen abstrakten Ideale sondern „offene“ und historisch wandelbare Vorstellungen davon, was die jeweiligen Unternehmungen leisten sollen.


1.B. R. Burleson, On the Foundations of Rationality in: Journ. Am. Forensic Assoc. 16, 1979, 113.
2. St. Toulmin, R. Rieke, A. Janik, An Introduction to Reasoning, N.Y. 1979, p.279ff
3. ibid. p. 200


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Toulmin I
St. Toulmin
The Uses of Argument Cambridge 2003

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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> Gegenargumente gegen Toulmin

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