Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Habermas III 308
Calvinismus/Weber/Habermas: Weber will nicht erklären, warum die katholischen Hemmungen gegen das kaufmännische Gewinnstreben gefallen sind, sondern wodurch die Umstellung möglich geworden ist. Die entsprechenden Lehren entdeckt er im Calvinismus und im Umkreist der protestantischen Sekten. Im religiösen Gemeindeleben findet er die Institutionen, die für die sozialisierende Wirksamkeit der Lehren in den Trägerschichten des frühen Kapitalismus sorgte. (1)
Habermas III 309
Er hebt den Zug am Calvinismus hervor, der den Gläubigen anhält, die Alltagspraxis ihrer Systemlosigkeit zu entkleiden, d.h. die individuelle Heilssuche so zu praktizieren, dass die ethische Gesinnung, die prinzipiengeleitete Moral, alle Lebenssphären und alle Lebensstadien gleichermaßen durchdringt. Die Systematik der Lebensführung kommt dadurch zustande, dass der Laie, ohne sich auf die priesterliche Gnade des Sakraments auf die Hilfestellung einer amtlichen Gnadenanstalt wie der katholischen Kirche verlassen zu können. Das heißt, er darf seine Lebenswelt nicht in heilsrelevante und andere Lebenssphären aufteilen, und regelt sein Leben autonom, nach Grundsätzen einer postkonventionellen Moral.


1. M. Weber, M. Weber, Die protestantische Ethik, hrsg. v. J. Winckelmann, Bd 2, Hamburg 1972, S. 232.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Weber I
M. Weber
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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