Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Habermas IV 173
Arbeitsteilung/Durkheim/Habermas: Durkheim gebraucht den Begriff der Arbeitsteilung im Sinne einer strukturellen Differenzierung gesellschaftlicher Systeme. Die funktionale Differenzierung von Berufsgruppen hat auch für Durkheim exemplarische Bedeutung. Er neigt aber dazu, die Komplexität einer Gesellschaft
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an demographischen Indikatoren zu messen.
Gesellschaftliche Arbeitsteilung/Durkheim: a) segmentär, b) funktional differenzierte Gesellschaften. Analogie: Bsp Biologische Organismen. Daraus leitet Durkheim ein biologisches Modell für funktional differenzierte Gesellschaften, die er „organisch“ nennt. Verschiedene Organe spielen spezielle Rollen. Der Staat wird von Durkheim dabei als das zentrale Organ identifiziert. (1)
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Indem Durkheim das biologische Modell zugrundlegt, muss er nicht mehr Normen als Bedingungen für die Ausbildung dieser Strukturen annehmen. Das nennt Luhmann „normfreie Sozialität“. (2)
Gesellschaft/Durkheim: These: für archaische Gesellschaften ist das Kollektivbewusstsein konstitutiv, für moderne Gesellschaften hingegen die Arbeitsteilung. (3)
Durkheim/Habermas: während primitive Gesellschaften über ein normatives Grundeinverständnis integriert sind, vollzieht sich die Integration in entwickelten Gesellschaften über den systemischen Zusammenhang funktional spezifizierter Handlungsbereiche. Siehe Arbeitsteilung/Spencer.
Habermas IV 178
Arbeitsteilung/Durkheim: Durkheim These: die industriekapitalistischen Gesellschaften treiben auf eine Anomie zu. Diese Anomie führt Durkheim auf dieselben Differenzierungsprozesse zurück, aus denen doch eine neue Moral „naturgesetztlich“ entstehen sollte. Durkheims Beispiel für anomische Arbeitsteilung ist die „Feindschaft zwischen Arbeit und Kapital“ (4)
HabermasVsDurkheim: seine Analysen sind zirkulär: einerseits behauptet er, dass die moralischen Regeln, die organische Solidarität ermöglichen, „im normalen Zustand von selbst aus der Arbeitsteilung fließen“. (5) Andererseits erklärt der den dysfunktionalen Charakter bestimmter Formen der Arbeitsteilung mit dem Fehlen solcher normativer Regelungen. (6)
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Lösung/Habermas: wir müssen zwischen System (aus der Beobachterperspektive) und Lebenswelt (aus Sicht der sozialen Gruppe) unterscheiden. Gesellschaften sollten wir anschließen gleichzeitig als System und Lebenswelt konzipieren.


1.E. Durkheim, De la division du travail social, Paris 1930, German Frankfurt 1977, S. 222f.
2.N. Luhmann, Einleitung zu Durkheim (1977).
3. Durkheim (1977) S. 266
4. Ebenda S. 396
5. Ebenda S. 408
6. Ebenda S. 410


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Durkheim I
E. Durkheim
Die Regeln der soziologischen Methode Frankfurt/M. 1984

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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