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Hintergrund: Dieser Begriff wird hier in zweierlei Hinsicht untersucht a) Im Zusammenhang mit der Untersuchung von Wissen in Situationen Kommunikationsteilnehmer haben stets ein Wissen über Voraussetzungen der Interaktionen, in denen sie sich befinden. Dieses Wissen haben sie durch Erfahrungen in ihrer Lebenswelt erworben. In dem Maße, wie es in Situationen nicht thematisiert sondern vorausgesetzt wird, bildet es den Hintergrund. b) Soweit sprachliche Wendungen durch kulturelle Gegebenheiten und bisherigen Gebrauch beeinflusst sind, werden diese Einflüsse dem Hintergrund zugerechnet, in dem Sinn, dass diese Einflüsse in einer Situation nicht thematisiert werden.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Jürgen Habermas über Hintergrund – Lexikon der Argumente

IV 191
Hintergrund/Habermas: ist ein Wissensvorrat aus unproblematischen gemeinsam als garantiert unterstellten Überzeugungen, aus dem sich jeweils der Kontext von Verständigungsprozessen bildet, in denen die Beteiligten bewährte Situationsdefinitionen benutzen oder neue aushandeln. Die Kommunikationsteilnehmer finden den Zusammenhang zwischen objektiver, sozialer und subjektiver Welt, dem sie jeweils gegenüberstehen, bereits inhaltlich interpretiert vor. Wenn sie den Horizont einer gegebenen Situation überschreiben, könnten sie nicht ins Leere treten; sie finden sich sogleich in einem anderen, nun aktualisierten, jedoch vorinterpretierten Bereich des kulturell Selbstverständlichen wieder. Auch neue Situationen tauchen aus einer Lebenswelt auf, die aus einem immer schon vertrauten kulturellen Wissensvorrat aufgebaut ist. Dieser Lebenswelt gegenüber können die Handelnden ebenso wenig eine extramundane Stellung einnehmen wie gegenüber der Sprache als dem Medium der Verständigungsprozesse, durch die sich die Lebenswelt erhält.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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> Gegenargumente gegen Habermas

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