Philosophie Lexikon der Argumente

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Beobachtungssprache: eine Sprache, die keinerlei Begriffe einer Theorie verwendet und daher quasi neutral wäre, wird von den meisten Autoren für unmöglich gehalten. Siehe auch Experimente, Theoretische Termini, Theoretische Entitäten, Theorien, Beschreibung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Habermas IV 495
Beobachtungssprache/Brunkhorst/Habermas: Brunkhorst hat zwei Paare von theorie- und Beobachtungssprachen unterschieden, die sich, entsprechend den pragmatischen Rollen ihrer Grundbegriffe, entweder auf Zustände und Ereignisse in den Lebenswelten von Kapitalisten und Lohnarbeitern oder auf systemische Zusammenhänge der Kapitalverwertung beziehen. Die Klassensprache (Lk) ist in handlungstheoretischen Grundbegriffen wie ‚konkrete Arbeit‘, ‚Klasseninteresse‘ usw. aufgebaut; die Verwertungssprache (Lv) in systemtheoretischen Grundbegriffen wie ‚abstrakte Arbeit‘ oder ‚Wert‘. (1) Innerhalb dieser beiden Sprachen müssen sich zunächst die theoretischen Begriffe operationalisieren und Begriffen einer Beobachtungssprache zuordnen lassen. Dann müssen Aussagen, die in der einen Theorie- bzw. Beobachtungssprache ausgedrückt werden, in Aussagen der jeweils anderen Sprache übersetzt werden. Die Werttheorie von Marx kann man als Versuch verstehen, diese Übersetzungsregeln zu explizieren. Siehe Werttheorie/Habermas.
Korrespondenzen zwischen Theoriesprache Lkt und Beobachtungssprache Lvb erlauben z.B., von wirtschaftlichen Krisenerscheinungen auf die
Habermas IV 496
Lebensrisiken der Arbeiter zu schließen.
Zuordnung: Zwischen Beobachtungssprache und Theoriesprache gibt es Zuordnungsregeln,
Übersetzung: Innerhalb Beobachtungssprachen und Theoriesprachen gibt es Übersetzungsregeln, z.B. für den Übergang vom ökonomischen Subsystem zur Lebenswelt.
Rückübersetzung/Habermas: ist nur möglich, wenn die Referenz ((s) Bezugsgegenstand) erhalten bleibt.


1.Unveröffentliches Manuskript „Zur Dialektik von Verwertungssprache und Klassensprache“, Ms Frankfurt (1980).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Brunk I
Hauke Brunkhorst
Zur Dialektik von Verwertungssprache und Klassensprache. Manuskript Frankfurt/M. 1980

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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