Philosophie Lexikon der Argumente

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Interventionismus: Interventionismus (in der Ökonomie) ist die Bezeichnung für ein Einspringen des Staates in Funktionslücken des Wirtschafts- oder Sozialsystems. Der Staat oder eine untergeordnete Verwaltung übernimmt dabei Aufgaben, die sonst dem Privatbereich zugeordnet würden.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
IV 505
Interventionismus/Habermas: wenn man mehrere Subsysteme annimmt, erweist sich eine allein ökonomisch ansetzende Krisentheorie als unzureichend. Wirtschaftliche Ungleichgewichte können dadurch balanciert werden, dass der Staat in die Funktionslücken des Marktes einspringt. Die Substitution von Markt- durch Staatsfunktionen steht allerdings unter dem Vorbehalt der grundsätzlich zu wahrenden Investitionshoheit der privaten Unternehmen. Sonst verliert das ökonomische Wachstum seine kapitalistische Eigendynamik und die Wirtschaft verliert ihren Primat. Daher dürfen die Interventionen des Staates die Arbeitsteilung zwischen der marktabhängigen Ökonomie und einem wirtschaftlich unproduktiven Staat nicht berühren.
IV 506
Dimensionen: Sicherung der Bestandsvoraussetzungen der Produktionsweise: militärische und rechtlich-institutionelle Interventionen.
Konjunkturbeeinflussung
Infrastrukturpolitik: zielt auf Verwertungsbedingungen des Kapitals ab.
In allen behalten die staatlichen Eingriffe die indirekte Form der Manipulation von Randbedingungen privater Unternehmensentscheidungen und die reaktive Form der Vermeidung oder der Kompensation von Nebenwirkungen.
Problem: Krisentendenzen werden nicht nur administrativ bearbeitet, sondern unbeabsichtigt ins administrative Handlungssystem verlagert. Dort können sie verschiedene Formen annehmen: z.B. als Konflikte zwischen Zielen der Konjunktur- und Infrastrukturpolitik, als Überbeanspruchung der Ressource Zeit (Staatsverschuldung), als Überforderung bürokratischer Planungskapazitäten usw. Das kann wiederum Entlastungsstrategien mit dem Ziel einer Rückverlagerung der Problemlast aufs ökonomische System hervorrufen. (1)

1.C. Offe, Strukturprobleme des kapitalistischen Staates, Frankfurt 1972.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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