Philosophie Lexikon der Argumente

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Brocker I 236
Herrschaft/Staat/Kirche/Barth: Während im zeitlichen Vollzugszusammenhang das politisch-rechtliche Handeln als notwendig macht- und gewaltbehaftetes eine nur äußerlich-subsidiäre Funktion gegenüber dem primären und notwendig gewaltfreien, weil auf freie Aneignung zielenden kirchlichen Verkündigungshandeln hat, kehren sich unter eschatologischen Bedingungen diese Prioritätsverhältnisse um: Da hier das Telos kirchlichen Handelns erreicht ist, ist die Gesamtstruktur der universalen Gemeinschaft besser in politisch-rechtlicher Metaphorik, (…) als »Reich Gottes«, zu beschreiben, wobei diese Herrschaft (…) als zwanglose »Herrschaft« gewaltfreier Liebe zu denken ist.
Brocker I 239
Verhältnis Staat/Kirche: Am Beispiel des Gegenübers von Jesus und Pilatus stellt Barth das Verhältnis von Kirche und Staat aus seiner theologischen Sicht dar. (1) Auf diese Weise wird das Verhältnis von Kirche und Staat narrationslogisch auf die Urszene einer konflikthaften Begegnung zurückbezogen, die ihrerseits eine zentrale Rolle im Ursprungsgeschehen von Kirche, nämlich im Ereigniszusammenhang von Tod und Auferstehung Jesu, spielt. Ablesen möchte Barth an der so verstandenen »Begegnung«, wie sich in ihr der »Staat« als »eine von jenen jederzeit von der Dämonisierung, d. h. von der Selbstverabsolutierung bedrohten Engelmächten (›exousiai‹) dieses Äons« erweise und sich »ihm gegenüber die Kirche« als »das eigentliche ›politeuma‹ [Bürgerschaft] des neuen Himmels und der neuen Erde, als solches jetzt und hier allerdings noch verborgen und also im Raume des Staates eine Fremdengemeinschaft (›paroikia‹)«, zeige (2). Siehe Macht/Barth.


1. Karl Barth, Rechtfertigung und Recht, in: Theologische Studien 1, Zollikon 1938. Karl Barth, Rechtfertigung und Recht, in: ders., Rechtfertigung und Recht, Christengemeinde und Bürgergemeinde, Evangelium und Gesetz, Zürich 1998, S.11
2. Ebenda S 9.


Georg Pfleiderer, „Karl Barth, Rechtfertigung und Recht 1938)“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Barth, Karl

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

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