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Symbol: im weiteren Sinn gleichbedeutend mit Zeichen. Der besondere Gebrauch des Begriffs bei verschiedenen Autoren unterscheidet sich zum Teil erheblich, u. a. in Bezug darauf, welche Rolle Konventionen bei der Herausbildung von Symbolen spielen und ob Symbole ein System bilden. Siehe auch Zeichen, Icon, Konvention, Bedeutung, Referenz, Abbildtheorie, Darstellung, Repräsentation, Stellvertreter.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Johann Wolfgang von Goethe über Symbole – Lexikon der Argumente

Gadamer I 81
Symbol/Goethe/Gadamer: In dem bekannten Brief [an Schiller] vom 17. 8. 1797 schildert Goethe die sentimentalische Stimmung, in die ihn seine Frankfurter Eindrücke versetzen, und sagt von den Gegenständen, die einen solchen Effekt hervorrufen, »dass sie eigentlich symbolisch sind, d. h. wie
ich kaum zu sagen brauche: Es sind eminente Fälle, die in einer charakteristischen Mannigfaltigkeit als Repräsentanten von vielen anderen dastehen, eine gewisse Totalität in sich schließen«. Er gibt dieser Erfahrung Gewicht, weil sie ihm helfen soll, der „millionenfachen Hydra der Empirie« zu entgehen.
Schiller/Gadamer: Schiller bestärkt ihn darin und findet diese sentimentalische Empfindungsweise ganz im Einklang mit dem, »was wir darüber miteinander festgesetzt haben.« Bei Goethe ist es jedoch offenkundig nicht so sehr eine ästhetische als eine Wirklichkeitserfahrung, für die er anscheinend aus altprotestantischem Sprachgebrauch den Begriff des Symbolischen herbeizieht.
Schiller macht gegen eine solche Auffassung der Symbolik der Wirklichkeit seine idealistischen Einwände und verschiebt damit die Bedeutung von Symbol in die Richtung des Ästhetischen. >Symbol/Schiller.
Für Goethe (...) bleibt der kunsttheoretische Gegensatz von Symbol und Allegorie nur eine
Sondererscheinung der allgemeinen Richtung auf das Bedeutende, die er in allen Erscheinungen sucht. So wendet er den Symbolbegriff etwa auf die Farben an, weil auch dort »das wahre Verhältnis zugleich die Bedeutung ausspräche«, wobei die Anlehnung an das traditionelle hermeneutische Schema von allegorice, symbolice, mystice deutlich durchscheint(1) - bis er das
schließlich für ihn so bezeichnende Wort schreiben kann: «Alles, was geschieht, ist Symbol, und indem es vollkommen sich selbst darstellt, deutet es auf das Übrige«.(2) >Symbol/Kunstreligion/Gadamer.


1. Farbenlehre, Des ersten Bandes erster, didaktischer Teil, Nr. 916.
2. Brief vom 3. 4. 1818 an Schubart.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Goethe, Johann Wolfgang von

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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