Philosophie Lexikon der Argumente

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Brocker I 138
Demokratietheorie/Kelsen: es ist nicht zu erwarten, das Kelsen ein bestimmtes Demokratiemodell wertet, weil das der politischen Neutralität seines Rechtspositivismus widerspräche. Kelsen geht jedoch in seiner Wertung über seine theoretischen Auffassungen hinaus. (Vgl. Dreier 1990)(1) Kelsens Demokratietheorie lässt sich nicht aus seiner Rechtstheorie ableiten. Nicht das von Kelsen favorisierte Modell der Demokratie, wohl aber seine Demokratietheorie weist Parallelen zu seiner rechtstheoretischen Argumentation auf.
Kelsen begründet seine Überlegungen zur Demokratie sowie zu ihren Voraussetzungen und notwendigen Elementen nicht normativ, sondern argumentiert mit Bezug auf das Funktionieren von Institutionen.
Die Minoritäten erachtet er nicht aus normativen Gründen für schützenswert, sondern weil sie praktischer Bestandteil der Mehrheitsherrschaft sind. Die relativistische Weltanschauung hält er nicht aus Gründen der Toleranz oder aus Ablehnung fundamentalistischer Positionen für vorrangig, sondern weil demokratische Verfahren nicht anders funktionieren können.
Kelsen bemüht sich, analytische und wertende Bestandteile wissenschaftlicher Argumentation voneinander zu trennen, und wirft den Kritikern vor, metaphysische Positionen zu verschleiern. Solche Argumentationen lehnt Kelsen samt und sonders als »Naturrecht« ab. >Naturrecht/Kelsen.


1. Horst Dreier , Rechtslehre, Staatssoziologie und Demokratietheorie bei Hans Kelsen, Baden-Baden 1990 S. 249-294.


Marcus Llanque, „Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Kelsen, Hans

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

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