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Intelligenz: Fähigkeit zum Erkennen von Mustern in vorgelegten Informationen oder zum Erkennen von Möglichkeiten der Ergänzung und Umgestaltung bekannter Muster, die über Wiederholungen hinausgehen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 163
Intelligenz/Psychologische Theorien/Ackerman: Moderne intellektuelle Fähigkeitstheorien (siehe z.B. Carroll 1993(1)) repräsentieren Intelligenz auf hierarchische Weise. Eine allgemeine intellektuelle Fähigkeit (das allgemeinste Konstrukt) steht an der Spitze der Hierarchie (Strata III) und etwas enger gefasste Fähigkeitsinhalte findet man, wenn man sich in der Hierarchie nach unten bewegt ((s) hier von links nach rechts). Z.B.

Kristallisierte Intelligenz - (z.B. verbales Verständnis, lexikalisches Wissen)
Fluide Intelligenz - (z.B. sequentielles Denken)
Visuelle Wahrnehmung - (z.B. räumliche Beziehungen)
Lernen und Gedächtnis - (z.B. Gedächtnis-Netz, assoziativer Speicher)
Geschwindigkeit - (z.B. Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Reaktionsgeschwindigkeit)
Hörwahrnehmung - (z.B. Hören und Sprechen, Musikwahrnehmung)
(Zur vollständigen Tabelle vgl. (1))
Für die Beziehung zwischen Intelligenz und Charakterzügen >Charakterzüge/Ackermann.
Corr I 167
Def TIE/Ackerman: ist ein Maß für typisches intellektuelles Engagement: TIE ist definiert als die Präferenz des Individuums gegenüber oder weg von intellektuellen Aktivitäten (Goff und Ackerman 1992)(2). Die Autoren des TIE gingen davon aus, dass die Ergebnisse der Messung hauptsächlich mit Messungen des angesammelten Wissens korrelieren würden (eine Fähigkeit, die als "kristallisierte Intelligenz" bezeichnet wird) und weniger mit Messungen fluider intellektueller Fähigkeiten (z.B. deduktives Denken und quantitatives Denken).
Corr I 168
Überlagerung von Intelligenz mit Persönlichkeitsfaktoren: Die Assoziationen zwischen Charakterzügen, die im Umfang enger sind als die fünf großen Faktoren Neurotizismus, Extraversion, Offenheit, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit, zeigen typischerweise bescheidene Korrelationen mit Messungen intellektueller Fähigkeiten, sei es auf allgemeiner oder spezifischer Ebene. Die Notwendigkeit der Erfüllung (Need for Achievement - nAch) zeigt wahrscheinlich die stärksten positiven Korrelationen zwischen dieser Gruppe von Charakterzügen, mit Korrelationen im Bereich von r = .07 bis .24. Charakterzüge wie Entfremdung, Aggression, Vermeidung von Verletzung und Traditionalismus zeigen alle kleine negative Korrelationen mit Messungen der intellektuellen Fähigkeiten, die von vernachlässigbarer Größe bis etwa r = -.15 reichen. Siehe >Charakterzüge/Ackerman.


1. Carroll, J. B. 1993. Human cognitive abilities: a survey of factor-analytic studies. New York: Cambridge University Press
2. Goff, M. and Ackerman, P. L. 1992. Personality-intelligence relations: assessing typical intellectual engagement, Journal of Educational Psychology 84: 537–52

Phillip L. Ackerman, “Personality and intelligence”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

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Slater I 127
Intelligenz/Psychologische Theorien: Viele, die sich kürzlich mit dem Thema beschäftigt haben, haben die gleiche Art von Diskussionsperspektive eingenommen, die Jensen (1969(1) einnahm, jedoch von der anderen Seite. (>Intelligenz/Jensen, >Intelligenztest/Jensen, >Intelligenztest/Psychologische Theorien). Das heißt, sie präsentierten selektiv Beweise, die genauso indirekt waren wie Jensens, sich aber seiner Position widersetzen, und kommen vorzeitig zu dem Schluss, dass er falsch lag (siehe z.B. Nisbett, 2009(2); Shenk, 2010(3)).
Auch wenn die Frage nach der Quelle der Rassenunterschiede in den Testergebnissen wissenschaftlich durchaus legitim ist, muss sie aus allen Perspektiven verantwortungsbewusst verfolgt werden (Hunt & Carlson, 2007)(4).
Slater I 128
Jensen: Die vielleicht größte Ironie zu Jensens (1969)(1) Artikel ist, dass er genau das sehr kreativ gemacht hat, als er dazu gebracht wurde, zu argumentieren, dass sozial benachteiligte Kinder von Natur aus weniger erziehbar seien.



1. Jensen, A. R. (1969). How much can we boost IQ and scholastic achievement? Harvard Educational Review, 3, 1–123.
2. Nisbett, R. E. (2009). Intelligence and how to get it: Why schools and cultures count. New York: Norton.
3. Shenk, D. (2010). The genius in all of us: Why everything you’ve been told about genetics, talent, and IQ is wrong. New York: Doubleday.
4. Hunt, E., & Carlson, J. (2007). Considerations relating to the study of group differences in intelligence. Perspectives on Psychological Science, 2, 194–213.


Wendy Johnson: „How Much Can We Boost IQ? Updated Look at Jensen’s (1969) Question and Answer“, in: Alan M. Slater & Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Psychologische Theorien

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012

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