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Situationen, Philosophie: Eine Situation ist eine mehr oder weniger abgrenzbare Konstellation von Gegenständen, Handelnden, Zuständen, Ereignissen, Informationen und Informationskanälen. Siehe auch Zustand, Prozess, Handlung, Relationen, Beschreibungen, Kommunikation, Kontext/Kontextabhängigkeit, Information, Bedeutung, Situationssemantik, Mögliche Welten, Zentrierte Welten, Feinkörnig/grobkörnig.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

David C. Funder über Situationen – Lexikon der Argumente

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Situationen/Funder: Die Schlüsselfrage der Psychologie ist: Was bewirkt, dass sich Menschen so verhalten, wie sie es tun? Es stellt sich die Frage, ob das Verhalten hauptsächlich von der charakteristischen Persönlichkeit des Einzelnen oder seiner unmittelbaren Situation bestimmt wird (Mischel 1968(1); Kenrick und Funder 1988(2).
Unter anderem schien die Debatte zwei große Teilbereiche der Psychologie gegeneinander auszuspielen: die Persönlichkeitspsychologie, die im Allgemeinen den Einfluss der Person betont, und die Sozialpsychologie, die die Situation betont (Funder and Ozer 1983(3); Ross and Nisbett 1991(4)). Starke Auswirkungen von Situationen und starke Auswirkungen von Personen können und werden oft in den gleichen Daten koexistieren, und das Ausmaß, in dem ein bestimmtes Verhalten von einer dieser Variablen beeinflusst wird, kann unabhängig davon sein, inwieweit es von der anderen beeinflusst wird.
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FunderVsLewin/BanduraVsLewin: (Bandura 1978 (5)) Wir brauchen Eins ist P = f (S,B) (d.h. alles über eine Person zu wissen, bedeutet zu wissen, was sie in jeder Situation tun würde). Dieser Begriff ähnelt Mischels (1999)(6) 'wenn.... dann' Konzeption, in der die Persönlichkeit eines Individuums in Form seines charakteristischen Verhaltensmusters in Situationen dargestellt wird (siehe Shoda, Mischel und Wright 1994(7)).
Die andere Formel ist S = f (P,B) (vollständiges Verständnis einer Situation bedeutet zu wissen, was jede Person in ihr tun würde), erinnert an Bem und Funder's (1978(8)) "Template Matching"-Konzeption, die Situationen in Bezug auf die Menschen beschreibt, die sich in ihnen auf bestimmte Weise verhalten würden.
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Situationen/Asendorpf/Funder: sind schwer zu definieren: Frage: Ein Problem ist, wo die Grenzen gesetzt werden sollen. Zum Beispiel könnte man sehr einfach eine Situation in Bezug auf Ort oder Lokalität beschreiben,...((s) wo diese Lokalität ein Land oder ein Geschäft sein kann.)
Zeitliche Dimension: eine Momentaufnahme der genauen und komplexen Anordnung aller physischen, psychologischen und sozialen Dinge zu einem bestimmten Zeitpunkt. Aber da jeder Moment immer anders ist als der nächste, macht es dieser Ansatz schwierig zu sagen, wo eine Situation endet und die nächste beginnt.
Ein zweites Definitionsproblem ist die Perspektive. Siehe >Situationen/Murray.
Corr I 31
Ebene 1: makro/physikalisch-biologisch/Umwelt: Auf dieser Ebene, der breitesten der drei, ist eine Situation einfach die rohe sensorische Information, die uns zur Verfügung steht, ungefiltert von der Wahrnehmung.
Ebene 2: meso/kanonisch/konsensual: Diese Beschreibungsebene bezieht sich auf Eigenschaften der Situation, die sozial, kulturell und soziologisch konsensuell sind.
Ebene 3: mikro/subjektiv/funktional: Die mikro/subjektive/funktionale Ebene beschreibt die psychologischen Nachfrage-Eigenschaften der Situation, wie sie sich auf den Einzelnen auswirkt. Vgl. >Situationen/Murray.



1. Mischel, W. 1968. Personality and assessment. New York, NY: Wiley
2. Kenrick, D. T. and Funder, D. C. 1988. Profiting from controversy: lessons from the person-situation debate, American Psychologist 43: 23–34
3. Funder, D. C. and Ozer, D. J. 1983. Behaviour as a function of the situation, Journal of Personality and Social Psychology 44: 107–12
4. Ross, L. and Nisbett, R. E. 1991. The person and the situation: perspectives of social psychology. New York: McGraw-Hill
5. Bandura, A. 1978. The self-system in reciprocal determinism, American Psychologist 33: 344–58
6. Mischel, W. 1999. Personality coherence and dispositions in a cognitive-affective personality system (CAPS) approach, in D. Cervone and Y. Shoda (eds.), The coherence of personality: social-cognitive bases of consistency, variability and organization, pp. 37–60. New York: Guilford Press
7. Shoda, Y., Mischel, W. and Wright, J. C. 1994. Intraindividual stability in the organization and patterning of behaviour: incorporating psychological situations into the idiographic analysis of personality, Journal Journal of Personality and Social Psychology 67: 674–87
8. Bem, D. J. and Funder, D. C. 1978. Predicting more of the people more of the time: assessing the personality of situations, Psychological Review 85: 485–501


Seth A Wagerman & David C. Funder, “Personality psychology of situations”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Funder, David C.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

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> Gegenargumente gegen Funder

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