Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 73/74
Allport/Charakterzüge/Lamiell: Allport (1937)(1) argumentierte, dass die Charakterisierung der Person irgendwie außerhalb des Rahmens der gemeinsamen Eigenschaften möglich sein müsse. Schließlich seien Psychologen, die in nicht-forscherischen Bereichen, z.B. als Berater oder Kliniker, tätig sind, täglich mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Kunden auf eine Weise zu charakterisieren, die jedem von ihnen individuell eigen sei. Dies geschieht nicht unbedingt auf der Grundlage von Überlegungen darüber, wie dieser Kunde im Vergleich zu anderen entlang einer bestimmten Dimension, die für alle anwendbar sei ("gemeinsame Charakterzüge"), zu charakterisieren ist. Innerhalb des Mainstreams wurden Allports Argumente in dieser Richtung weitgehend (und manchmal hart) abgelehnt, z.B.
LundbergVsAllport Lundberg 1941(2), p.383.
SarbinVsAllport: Sarbin 1944(3), S. 214. …“Entweder machen sie statistische Vorhersagen auf informelle, subjektive und unkontrollierte Weise, oder sie führen rein verbale Manipulationen durch, die nicht nachweisbar und der Magie ähnlich sind."
LamiellVsTradition: siehe >Messungen/Charakterzüge/Lamiell.
Corr I 79
Allport/Lamiell: Allports Vermutungen (....) könnten die ernsthafte Berücksichtigung verdienen, die sie zu seinen Lebzeiten nie erhalten haben. Die Ergebnisse mehrerer Untersuchungen, die der vorliegende Autor in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kollegen durchgeführt hat, bieten eine wesentliche empirische Unterstützung für diese Sichtweise (Lamiell und Durbeck 1987(4); Lamiell, Foss, Larsen und Hempel 1983(5); Lamiell, Foss, Trierweiler und Leffel 1983(6)).


1. Allport, G. W. 1937. Personality: a psychological interpretation. New York: Holt, Rinehart and Winston
2. Lundberg, G. A. 1941. Case-studies vs. statistical methods: an issue based on misunderstanding, Sociometry 4: 379–83
3. Sarbin, T. R. 1944. The logic of prediction in psychology, Psychological Review 51: 210–28
4. Lamiell, J. T. and Durbeck, P. 1987. Whence cognitive prototypes in impression formation? Some empirical evidence for dialectical reasoning as a generative process, Journal of Mind and Behaviour 8: 223–44
5. Lamiell, J. T., Foss, M. A., Larsen, R. J. and Hempel, A. 1983. Studies in intuitive personology from an idiothetic point of view: implications for personality theory, Journal of Personality 51: 438–67
6. Lamiell, J. T., Foss, M. A., Trierweiler, S. J. and Leffel, G. M. 1983. Toward a further understanding of the intuitive personologist: some preliminary evidence for the dialectical quality of subjective personality impressions, Journal of Personality 53: 213–35


James T. Lamiell, “The characterization of persons: some fundamental conceptual issues”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009 The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Lamiell, James T.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

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