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Corr I 90
Kulturpsychologie/kulturelle Unterschiede/Verallgemeinerbarkeit/Fünf-Faktoren-Modell/Charakterzüge/Deary: Die Anwendbarkeit des Fünf-Faktoren-Modells auf andere Kulturen und Sprachgruppen wurde in Frage gestellt, trotzdem hat sich das Modell auch in diesem Bereich weitgehend bewährt. Das überarbeitete NEO Persönlichkeitsinventar wurde in viele verschiedene Sprachen übersetzt.
In einer Studie mit über 26 Kulturen (viele nicht westlich), berichtete McCrae (2001)(1), dass Faktoranalysen sehr ähnliche Strukturen der Persönlichkeitsbeschreibung gefunden haben. Ein späterer Bericht, in dem fast 12.000 Schüler in fünfzig Kulturen die Charakterzüge einer anderen Person bewerteten, fand gute Übereinstimmung in Bezug auf die amerikanische Selbstberichtsstruktur (McCrae und 79 andere 2005)(2). Diese Studie ergab ähnliche Geschlechts- und Altersunterschiede zwischen den Kulturen. Auch bei dieser Art von interkulturellem Vergleich schneiden die Persönlichkeitsfragebögen von Eysenck gut ab (z.B. Eysenck und Eysenck 1982)(3).
A. Diese Art der Forschung wird als "etic"-Ansatz bezeichnet, bei dem ein in einer Kultur (meist westlich) entwickelter Persönlichkeitsfragebogen übersetzt und auf andere Kulturen angewendet wird.
B. Die andere Art der Forschung ist "emic", die mit dem kultureigenen Lexikon beginnt und fragt, ob in jedem eine ähnliche Persönlichkeitsstruktur gefunden wird. Peabody und De Raad's (2002)(4). Fazit des emic research war, dass die Bemühungen um die Erreichung der Big Five-Universalität überzogen wurden. Sie fanden die beste kulturübergreifende Allgemeingültigkeit für >Gewissenhaftigkeit, >Extraversion und >Verträglichkeit.
Siehe auch >Sprache/psychologische Theorien, >Fünf-Faktoren-Modell.


1. McCrae, R. R. 2001. Trait psychology and culture: exploring intercultural comparison, Journal of Personality 69: 819–46
2. McCrae, R. R. and 79 others 2005. Universal features of personality traits from the observer’s perspective: data from 50 cultures, Journal of Personality and Social Psychology 88: 547–61
3. Eysenck, H. J. and Eysenck, S. B. G. 1982. Recent advances in the cross-cultural study of personality, in C. D. Spielberger and J. N. Butcher (eds.), Advances in personality assessment, pp. 41–69. Hillsdale, NJ: Erlbaum
4. Peabody, D. and De Raad, B. 2002. The substantive nature of psycholexical personality factors: a comparison across languages, Journal of Personality and Social Psychology 83: 983–97


Ian J. Deary, “The trait approach to personality”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Deary, Ian J.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

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