Philosophie Lexikon der Argumente

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Modelle, Philosophie, Logik: Ein Modell wird erhalten, wenn eine logische Formel durch Einsetzen von Gegenständen anstelle der freien Variablen wahre Aussagen liefert. Ein Problem ist der Ausschluss unintendierter Modelle. Siehe auch Modelltheorie.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 127
Modell/Theorie/Psychologie/Persönlichkeit/De Raad: Ein Persönlichkeitsmodell kann seine charakteristischen Züge, seine Mechanismen, seine internen Prozesse auf verschiedenen Abstraktionsebenen und aus verschiedenen Interessengebieten (sozial, biologisch, kognitiv, etc.) darstellen. Während der Begriff "strukturelle Persönlichkeitsmodelle" einerseits beabsichtigte Charakterzüge bezeichnet, kann er andererseits aber auch unbeabsichtigte Bezüge hervorrufen. Eine solche unbeabsichtigte Referenz könnte die Betonung von Verfahren zum Testen eines Modells und der damit verbundenen Statistiken wie bei der Modellierung von Strukturgleichungen sein. In der Persönlichkeitsforschung beinhaltet das Standardrezept zur Strukturbildung typischerweise den Einsatz von Faktoranalyseverfahren.
Persönlichkeitsmodelle:
Fünf-Faktoren-Modell: Siehe: >Fünf-Faktoren-Modell.
Corr I 128
Cattell/De Raad: Cattells ursprünglicher Satz von 35 Charakterzugvariablen war das Ergebnis eines Prozesses der Verdichtung einer Liste von 171 Charakterzügen, die von Cattell (1943)(1) als beschreibend betrachtet wurden, um die komplette "Persönlichkeitssphäre" zusammenzufassen. Diese Kondensation erfolgte auf der Grundlage von Korrelationen der Bewertungen von 100 Probanden. Die Reduzierung auf 35 Variablen war, in Cattells (1945(2), S. 70) Worten, "eine Frage unglücklicher Notwendigkeit". Cattell (1950)(3) unterschied Charakterzugselemente (einzelne Merkmalswörter), Oberflächen-Charakterzüge (Charakterzüge, die dazu neigen, sich in einer Person zu bündeln) und Quellen-Charakterzüge (Charakterfaktoren), die im Wesentlichen eine Hierarchie von Charakterzügen bilden. Der Begriff der Hierarchie wurde in Cattells Schwerpunkt auf der Unterscheidung zwischen primären Faktoren und Faktoren höherer Ordnung erweitert.
Corr I 129
Costa/McCrae: Costa und McCrae (1976)(4) gruppierten 16 PF-Skalen auf der Grundlage von Daten aus drei verschiedenen Altersgruppen. Dies führte zu zwei konsistenten, altersgruppenunabhängigen Clustern, die als Adjustment-Anxiety und Introversion-Extraversion bezeichnet werden, und einem dritten inkonsistenten, altersgruppenabhängigen Cluster, der als empirische Style-Dimension konzipiert wurde. Die drei Cluster bildeten den Ausgangspunkt für die Entwicklung des dreistufigen NEO-PI (Costa und McCrae 1985)(5).
Corr I 130
Drei-Faktoren-Modell/Eysenck: Bei der Definition seines strukturellen Persönlichkeitsbegriffs unterschied Eysenck (1947)(6) vier Ebenen der Verhaltensorganisation, die hierarchisch organisiert waren, nämlich einzelne beobachtbare Verhaltensakte, gewohnheitsmäßige Reaktionen (wiederkehrende Handlungen unter bestimmten Umständen), Charakterzüge (basierend auf Wechselwirkungen verschiedener gewohnheitsmäßiger Reaktionen) und Arten von Charakterzügen (basierend auf Korrelationen zwischen verschiedenen Charakterzügen). Auf der Grundlage der Bewertungen dieser "absichtlich heterogenen" Begriffsliste kam Eysenck zu zwei Faktoren, einem allgemeinen "Neurotizismus"-Faktor und einem Faktor, der "affektive, dysthymische, gehemmte" Symptome und Charakterzüge sowie "hysterische und asoziale" Symptome und Charakterzüge kontrastiert. Eysenck(6) schlug vor, dass dieser zweite Faktor mit Jungs Unterscheidung zwischen Introversion und Extraversion zusammenhängt. >Charakterzüge/Eysenck, (EysenckVsCattell).




1. Cattell, R. B. 1943. The description of personality: basic traits resolved into clusters, Journal of Abnormal and Social Psychology 38: 476–507
2. Cattell, R. B. 1945. The description of personality: principles and findings in a factor analysis, American Journal of Psychology 58: 69–90
3. Cattell, R. B. 1950. Personality: a systematic theoretical and factual study, New York: McGraw-Hill
4. Costa, P. T., Jr and McCrae, R. R. 1976. Age differences in personality structure: a cluster analytic approach, Journal of Gerontology 31: 564–70
5. Costa, P. T., Jr and McCrae, R. R. 1985. The NEO Personality Inventory manual. Odessa, FL: Psychological Assessment Resources
6. Eysenck, H. J. 1947. Dimensions of Personality. London: Kegan Paul


Boele De Raad, “Structural models of personality”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
De Raad, Boele

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

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