Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 182
Sozialisation/Entwicklungspsychologie/Rothbart: Das Gewissen wurde je nach der Angst des Kindes verändert. Über die hemmende Kontrolle durch Angst hinaus leistet die später entwickelte "Effortful Control" einen entscheidenden Beitrag zur Sozialisation. "Effortful Control" ist definiert als die Fähigkeit, eine präpotente Reaktion zu hemmen und eine nicht-präpotente Reaktion zu aktivieren, Fehler zu erkennen und zu planen. Wenn sich die ausführenden Aufmerksamkeitsfähigkeiten im zweiten oder dritten Lebensjahr und darüber hinaus entwickeln, können Einzelpersonen ihre Aufmerksamkeit freiwillig einsetzen, so dass sie ihre reaktiveren Tendenzen regulieren können (Posner und Rothbart 2007(1); Ruff und Rothbart 1996(2))
In Situationen, in denen eine sofortige Annäherung nicht erlaubt ist, können Kinder beispielsweise ihre Handlungen direkt hemmen und ihre Aufmerksamkeit auch auf die lohnenden Eigenschaften eines Reizes beschränken, der Versuchung widerstehen und die Befriedigung hinauszögern.
Die Forschung zeigt eine gewisse Stabilität der individuellen Unterschiede in der "Effortful Control" in der Kindheit. So sagt beispielsweise die Anzahl der Sekunden, die Vorschulkinder auf verzögerte, physische vorhandene Belohnung warten müssen, voraus, wie die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit im jugendlichen Alter sein wird nach Berichten der Eltern (Mischel, Shoda und Peake 1988(3)).
Ein Mangel an Kontrolle im Vorschulalter wurde auch als potenzielles Kennzeichen für anhaltendes antisoziales Verhalten auf Lebenszeit identifiziert (Moffitt et al. 1996(4)) Auch gilt dies als Kennzeichen für die unaufmerksam desorganisierten Symptome von ADHS (Nigg 2006)(5).


1. Posner, M. I. and Rothbart, M. K. 2007. Educating the human brain. Washington, DC: American Psychological Association
2. Ruff, H. A. and Rothbart, M. K. 1996. Attention in early development: themes and variations. New York: Oxford University Press
3. Mischel, W., Shoda, Y. and Peake, P. K. 1988. The nature of adolescent competencies predicted by preschool delay of gratification, Journal of Personality and Social Psychology 54: 6687–96
4. Moffitt, T. E., Caspi, A., Dickson, N., Silva, P. and Stanton, W. 1996. Childhood-onset versus adolescent-onset antisocial conduct problems in males: natural history from ages 3 to 18 years, Development and Psychopathology 8: 399–424
5. Nigg, J. T. 2006. Temperament and developmental psychopathology, Journal of Child Psychology and Psychiatry 47: 395–422


Mary K. Rothbart, Brad E. Sheese and Elisabeth D. Conradt, “Childhood temperament” in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Entwicklungspsychologie

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

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