Philosophie Lexikon der Argumente

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Unterscheidungen, Philosophie: Hier geht es unter anderem um die Frage, was an Gegenständen unterschieden werden muss, damit sie als getrennte Gegenstände gezählt werden können. Eine Unterscheidung durch die Angabe von Eigenschaften ist nur sinnvoll, wenn alle Eigenschaften vollständig bestimmt sind. Ein Gegenstand wird jedoch nicht dadurch zu einem anderen Gegenstand, dass verschiedene Beschreibungen von ihm gegeben werden. Wenn Ebenen (z.B. Physisches und Psychisches) unterschieden werden sollen, müssen diese Ebenen eindeutig beschrieben werden können. Eine Möglichkeit der Unterscheidung ist die Angabe von Raumzeit-Koordinaten. Siehe auch Identität, temporale Identität, Ähnlichkeit, Teilidentität, Überlappen, Zählen, Bestimmtheit, Unbestimmtheit, Beschreibungsebenen, Stufen, Vierdimensionalismus, Weltlinien.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Slater I 206
Unterscheidungen/Ordnungen/Formen des Denkens/Rutter: (Rutter 1987)(1): Es ist eine kritische Frage, ob (...) Faktoren etwas anderes darstellen als weit verbreitete (...) Faktoren (...) oder den positiven Pol bipolarer Dimensionen. Mit anderen Worten, wurde etwas "Neues" identifiziert oder entdecken wir die gesamte Bandbreite der Schlüsselvariablen, die sich auf die Anpassung entlang eines Kontinuums von negativ zu positiv beziehen? In einem bekannten Abschnitt über den Nutzen der Benennung der entgegengesetzten Pole der gleichen zugrunde liegenden Dimension diskutierte Rutter den Wert von "oben" und "unten" der Treppe als unterschiedlich in der Bedeutung von "oben" und "nicht oben". Er argumentiert, dass unterschiedliche Wörter die Aufmerksamkeit darauf lenken, wo die Handlung sein könnte und wo sie durchaus unterschiedliche Konnotationen haben könnte. Noch wichtiger ist, dass die Bedeutung in den funktionalen Prozessen liegt und nicht nur in der Bezeichnung des positiven oder negativen Pols einer bipolaren Dimension.
[Z.b.] Impfungen werden als schützend bezeichnet, weil ihr Zweck darin besteht, das Immunsystem zu stimulieren, Antikörper zu bilden, die schwerwiegendere Invasionen durch Infektionserreger abwehren. Eine geschwächte Immunfunktion (vielleicht durch Unterernährung) hingegen würde im Hinblick auf die Anfälligkeit beschrieben, da die funktionelle Bedeutung darin besteht, das Risiko für Krankheiten oder eine schlechte Reaktion auf eine Infektion zu erhöhen.


1. Rutter, M. (1987). Psychosocial resilience and protective mechanisms. American journal of Orthopsychiatry, 57, 316—331.


Ann S. Masten, “Resilience in Children. Vintage Rutter and Beyond”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Rutter, Michael

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012

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