Philosophie Lexikon der Argumente

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Situationen, Philosophie: Eine Situation ist eine mehr oder weniger abgrenzbare Konstellation von Gegenständen, Handelnden, Zuständen, Ereignissen, Informationen und Informationskanälen. Siehe auch Zustand, Prozess, Handlung, Relationen, Beschreibungen, Kommunikation, Kontext/Kontextabhängigkeit, Information, Bedeutung, Situationssemantik, Mögliche Welten, Zentrierte Welten, Feinkörnig/grobkörnig.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 234
Fremde Situation/Ainsworth/Terminologie/Bindungstheorie/Shaver/Mikulincer: Der Bindungsstil einer Person - das Muster der relationalen Bedürfnisse, Kognitionen, Emotionen und Verhaltensweisen (...) resultiert aus zufriedenstellenden oder frustrierenden Interaktionen mit Bezugspersonen. Diese Stile wurden erstmals von Ainsworth (1967(1); Ainsworth, Blehar, Waters and Wall 1978)(2) beschrieben, basierend auf ihren Beobachtungen der Reaktionen von Säuglingen auf Trennungen von und Wiedervereinigungen mit ihrer Mutter in einem Labor in einem "Fremde Situation"-Bewertungsverfahren.
Ainsworth hat Säuglinge in eine von drei Stilkategorien eingeteilt: sicher, ängstlich oder vermeidend. Main und Solomon (1990)(3) fügten später eine vierte Kategorie hinzu, "desorganisiert", gekennzeichnet durch seltsames, ungeschicktes Verhalten und ungewöhnliche Wechsel oder Mischungen von Angst und Vermeidung.
Die Reaktionen von Säuglingen, die in der fremden Situation als sich sicher fühlend eingestuft werden, spiegeln vermutlich ein solides Gefühl der Bindungssicherheit wider. Solche Säuglinge reagieren auf die Trennung von der Mutter mit offensichtlichen Ausdrucksformen von Verzweiflung, erholen sich dann aber schnell, wenn sie wieder mit ihr vereint sind, und kehren mit Interesse und Begeisterung zur Erforschung der Umwelt zurück.
Säuglinge mit Vermeidungsstrategien, scheinen auf der anderen Seite negative Arbeitsmodelle zu haben und sich auf die Deaktivierung des Bindungssystems als selbstregulierende Verteidigung zu verlassen. Sie zeigen wenig offene Bedrängnis, wenn sie von der Mutter getrennt sind, obwohl ihre Herzfrequenz auf eine autonome Erregung hinweist, und sie vermeiden sie aktiv bei einem Wiedersehen(2).


1. Ainsworth, M. D. S. 1967. Infancy in Uganda: infant care and the growth of love. Baltimore: Johns Hopkins University Press
2. Ainsworth, M. D. S., Blehar, M. C., Waters, E. and Wall, S. 1978. Patterns of attachment: assessed in the Strange Situation and at home. Hillsdale, NJ: Erlbaum
3. Main, M. and Solomon, J. 1990. Procedures for identifying infants as disorganized/disoriented during the Ainsworth strange situation, in M. T. Greenberg, D. Cicchetti and M. Cummings (eds.), Attachment in the preschool years: theory, research, and intervention, pp. 121–60. University of Chicago Press


Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Ainsworth, Mary

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

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