Philosophie Lexikon der Argumente

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Verhalten, Philosophie: Beobachtbare Veränderungen im beschreibbaren Zustand von lebenden Organismen, die von diesen Organismen selbst initiiert sind oder die eine Reaktion auf äußere Reize darstellen, bei denen eine gewisse Wahlmöglichkeit der Reaktion besteht. Flankierende Gedanken gehören nicht zum Verhalten, da sonst eine beliebige Ausweitung des Bezugsrahmens eine Bestimmung des Verhaltens unmöglich machen würde. Siehe auch Behaviorismus, Psychologie, Mentalismus, Naturalismus, Beobachtung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 230
Verhalten/Bindungstheorie/Shaver/Mikulincer: Im Falle des Bindungsverhaltenssystems konzentrierte sich Bowlby (1982/1969)(1) auf das grundlegende Bedürfnis nach Sorge und Schutz und die angeborene Veranlagung, die Nähe zu schützenden und sorgenden Menschen in Zeiten der Not zu suchen und zu erhalten. Das Set-Ziel des Bindungssystems ist die Erreichung des tatsächlichen oder wahrgenommenen Schutzes und der Sicherheit; somit wird das System automatisch aktiviert, wenn eine potenzielle oder tatsächliche Bedrohung des Sicherheitsgefühls festgestellt wird. Unter diesen Bedingungen neigt eine Person dazu, sich automatisch um Schutz und Geborgenheit zu bemühen durch unterstützende andere (was Bowlby als Bezugspersonen (attachment figures) bezeichnete), und die Nähe zu diesen "stärkeren und weiseren" Personen aufrechtzuerhalten, bis ein Zustand des Schutzes und der Sicherheit erreicht ist.
Corr I 239
Verhalten/Bindungstheorie/Shaver/Mikulincer: Sowohl Angst als auch Vermeidung sind (....) mit negativen Erwartungen an das Verhalten eines Partners verbunden (z.B. Baldwin, Fehr, Keedian et al. 1993)(2). Ähnliche Unterschiede im Bindungsstil wurden festgestellt, wenn die Forschungsteilnehmer gebeten wurden, das Verhalten anderer Menschen zu erklären. Zum Beispiel bat Collins (1996)(3) die Menschen, hypothetisch negative Verhaltensweisen eines romantischen Partners zu erklären und stellte fest, dass ängstlichere und vermeidungsfreudigere Menschen eher Erklärungen liefern, die mangelndes Vertrauen in die Liebe des Partners implizieren, das negative Verhalten des Partners stabilen und globalen Ursachen zuschreiben und diese Verhaltensweisen als negativ motiviert ansehen.


1. Bowlby, J. 1982. Attachment and loss, vol. I, Attachment, 2nd edn. New York: Basic Books (original edn 1969)
2. Baldwin, M. W., Fehr, B., Keedian, E., Seidel, M. and Thompson, D. W. 1993. An exploration of the relational schemata underlying attachment styles: self-report and lexical decision approaches, Personality and Social Psychology Bulletin 19: 746–54
3. Collins, N. L. 1996. Working models of attachment: implications for explanation, emotion and behaviour, Journal of Personality and Social Psychology 71: 810–32



Phillip R. Shaver and Mario Mikulincer, “Attachment theory: I. Motivational, individual-differences and structural aspects”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Bindungstheorie

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

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