Philosophie Lexikon der Argumente

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Verhalten, Philosophie: Beobachtbare Veränderungen im beschreibbaren Zustand von lebenden Organismen, die von diesen Organismen selbst initiiert sind oder die eine Reaktion auf äußere Reize darstellen, bei denen eine gewisse Wahlmöglichkeit der Reaktion besteht. Flankierende Gedanken gehören nicht zum Verhalten, da sonst eine beliebige Ausweitung des Bezugsrahmens eine Bestimmung des Verhaltens unmöglich machen würde. Siehe auch Behaviorismus, Psychologie, Mentalismus, Naturalismus, Beobachtung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 268
Verhalten/Evolutionäre Psychologie/Figueredo: Ein scheinbar paradoxer Vorschlag, der sich aus der evolutionären Psychologie ableiten lässt, ist, dass Persönlichkeitsunterschiede zwar wahrscheinlich anpassungsfähig sind, aber auch die Verhaltensflexibilität von Individuen einschränken. MacDonald (1998)(1) schlug vor, dass verschiedene Charakterzüge am besten für den Beruf in verschiedenen sozialen und ökologischen Nischen geeignet sind. Anders betrachtet bedeutet dies, dass Individuen in ihrem Verhaltensrepertoire aufgrund der besonderen Geeignetheit von Persönlichkeitsmerkmalen, die sie besitzen, aufgrund von Vererbung und Umweltfaktoren eingeschränkt sein können.
Tatsächlich ist nach Ansicht einiger Psychologen, die die Situationsseite der Debatte über die Person-Situation bevorzugen (z.B. Mischel, Shoda und Smith 2004(2)), die Definition einer Persönlichkeitsstörung selbst eine unveränderliche Persönlichkeit angesichts der sich verändernden Umweltbedingungen, denen eine Person begegnet. >Situationen/Mischel. Vgl. >Ökologie/Evolutionäre Psychologie, >Nischen/Evolutionäre Psychologie, >Adaption/Evolutionäre Psychologie.
FigueredoVsMischel: Begegnungen. Im Gegensatz dazu schlagen wir vor, dass die biologische Bereitschaft und die Entwicklungsplastizität bestimmter Verhaltensweisen unabhängig voneinander variieren können und müssen (Figueredo, Hammond und McKiernan 2006)(3).


1. MacDonald, K. B. 1998. Evolution, culture, and the five-factor model, Journal of Cross-Cultural Psychology 29: 119–49
2. Mischel, W., Shoda, Y. and Smith, R. E. 2004. Introduction to personality: toward an integration, 7th edn. Hoboken, NJ: John Wiley & Sons
3. Figueredo, A. J., Hammond, K. R. and McKiernan, E. C. 2006. A Brunswikian evolutionary developmental theory of preparedness and plasticity, Intelligence 34: 211–27


Aurelio José Figueredo, Paul Gladden, Geneva Vásquez, Pedro Sofio, Abril Wolf and Daniel Nelson Jones, “Evolutionary theories of personality”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Evolutionäre Psychologie

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

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