Philosophie Lexikon der Argumente

Screenshot Tabelle Begriffe

Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 362
Hierarchie/Evolutionäre Psychologie: Eine wesentliche Änderung in der überarbeiteten RST (>Reinforcement Sensitivity Theorie) ist die Einbeziehung einer hierarchischen Anordnung von verteilten Gehirnsystemen, die spezifisches Abwehrverhalten vermitteln, das mit dem Grad der erlebten Bedrohung verbunden ist, vom präfrontalen Kortex auf höchster Ebene bis zum periaqueduktalen Grau auf unterster Ebene. Jeder Struktur ist eine bestimmte Klasse von psychischen Störungen zugeordnet (McNaughton und Corr 2008a)(1).
Gemäß dieser Perspektive können getrennte Emotionen (z.B. Angst, Panik, etc.) als Ausdruck der Entwicklung spezifischer neuronaler Module zur Bewältigung spezifischer Umweltanforderungen (z.B. Flucht vor einem Raubtier) angesehen werden. Als sich diese getrennten Systeme entwickelten und zusammenzuarbeiten begannen, entwickelte sich eine Form von Regulierungsprozess (z.B. wenn ein Modul aktiv ist, werden andere inaktiviert). Der daraus resultierende hierarchische Charakter dieses Verteidigungssystems spiegelt die Tatsache wider, dass sich einfachere Systeme vor komplexeren entwickelt haben müssen, was eine Lösung für das Problem widersprüchlicher Aktionssysteme bietet: Die späteren Systeme entwickelten sich zu einer hemmenden Kontrolle auf untergeordneten Systemen.
Das Ergebnis dieses Evolutionsprozesses ist die Existenz einer hierarchisch geordneten Reihe von Abwehrreaktionen, die jeweils für eine bestimmte Abwehrdistanz (d.h. den Grad der wahrgenommenen Bedrohung) geeignet sind. Diese hierarchische Anordnung (....) lässt sich bequem in Form eines zweidimensionalen Schemas zusammenfassen, das aus "defensiver Distanz" und "Verteidigungsrichtung" besteht. >Terminologie/Corr.



1. McNaughton, N. & Corr, P. J. 2008a. The neuropsychology of fear and anxiety: a foundation for reinforcement sensitivity theory, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 44–94. Cambridge University Press


Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Evolutionäre Psychologie

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Send Link

Autoren A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  


Begriffe A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z