Philosophie Lexikon der Argumente

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Antirealismus: (siehe hier insbesondere Michael Dummett) die These, dass durch Verhalten gezeigt werden können muss, dass mögliche Alternativen einen Unterschied machen. Im Fall von unentscheidbaren Sätzen wie z.B. über die Zahl der Gänse auf dem Capitol ist das nicht möglich.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
III 425
Anti-Realismus/Dummett/Habermas: in vielen Fällen ist die Kenntnis der Wahrheitsbedingungen, die einen Behauptungssatz wahr machen, problematisch.
Lösung/Dummett: wir müssen zwischen Wahrheitsbedingungen und Behauptbarkeitsbedingungen unterscheiden. Wir müssen ein Verfahren angeben können, mit dem die Wahrheit einer Äußerung festgestellt werden könnte. (1)
Habermas: zum Verständnis gehört dann die Fähigkeit, Gründe angeben zu können, mit denen der Anspruch, dass die Wahrheitsbedingungen erfüllt sind, eingelöst werden könnten. Die Theorie erklärt also die Bedeutung eines Satzes nur noch mittelbar mit der Kenntnis der Gültigkeitsbedingungen und unmittelbar mit der Kenntnis von Gründen zur Einlösung eines Wahrheitsanspruchs.
Dummett/Habermas: die Verifikationen könnte der Sprecher nicht monologisch vornehmen, um den Übergang von der semantischen auf die pragmatische Ebene zu vermeiden.
III 426
Problem: die Verifikationen können nicht nach Schlussregeln deduktiv zwingend vorgenommen werden. Die Menge der jeweils verfügbaren Gründe ist durch interne Beziehungen eines nur argumentativ zu durchmessenden Universums sprachlicher Strukturen umschrieben. Am Ende muss die Vorstellung eines Verifikationismus ganz aufgegeben werden.
HabermasVsDummett: es wäre konsequenter, sich ebenso wenig auf falsifikationistische wie auf verifikationistische Vorstellungen festzulegen. Stattdessen sollte man die diskursive Einlösung von Geltungsansprüchen fallibilistisch deuten. Wichtig ist nur, dass der illokutionäre Anspruch des Sprechers kritisiert werden kann.


1.M. Dummett, What is a Theory of Meaning? In: G. Evans, J. McDowell (Eds) Truth and Meaning, Oxford 1976, (EMD) S. 67ff.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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