Philosophie Lexikon der Argumente

 
Antirealismus: (siehe hier insbesondere Michael Dummett) die These, dass durch Verhalten gezeigt werden können muss, dass mögliche Alternativen einen Unterschied machen. Im Fall von unentscheidbaren Sätzen wie z.B. über die Zahl der Gänse auf dem Capitol ist das nicht möglich.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Horwich I 393
Anti-Realismus/AR/Anti-Realismus VsPhänomenalismus/DummettVsHusserl: es gibt keine Basis von "harten Tatsachen" (DummettVsSinnesdaten) - Verstehen/Dummett: einen Satz verstehen heißt zu wissen, was seine Verifikation wäre. - Pointe: der Satz wird verifiziert, indem er ausgesprochen wird. - ((s) In den und den Umständen) - Dennoch nicht unkorrigierbar - der Satz muss auch nicht bivalent sein. - Weiche Tatsache/Putnam: Selbstbestätigung von Beobachtungssätzen - Pointe: dabei wird der realistische Begriff von Wahrheit und Referenz gar nicht gebraucht. - daher auch nicht das Problem der "richtigen" (intendierten) Ref-Relation. - Wenn wir Referenz a la Tarski einführen, wird aber ""Kuh" referiert auf Kühe" eine Tautologie.
Vorteil: dann brauchen wir für das Verstehen keinen metaphysischen Realismus. - Verifikationismus: muss dann auch in der Metasprache angewendet werden. - D.h. wir können keine harten Tatsachen (auch keine Sinnesdaten) verwenden. - Sonst greift Wittgensteins Privatsprachen-Argument.
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Putnam I 124
Anti-Realismus/Dummett/Putnam: (wie Intuitionismus): verlangt, dass ein Verifikationsverfahren beherrscht wird. - Problem: wir können niemals sagen, worin die Kenntnis der Wahrheitsbedingungen (WB) besteht -> Löwenheim. - Das ist kein Problem für den AR: da er am Verfahren orientiert ist, das immer neu gefunden werden muss. - Er muss nur von Modellen der Verifikation abschwören. - Mit einer reichen Metasprache kann er Tarski-Definitionen einführen, die vom Modell unabhängig sind. - Damit kann er dann wieder über Modelle reden. - II 125 - Er kann sogar Referenz a la Tarski definieren.
I 150
Anti-Realismus/Wahrheit/Dummett: über Tarskis interner (tautologischer) Äquivalenz brauchen wir einen "externen" Begriff der Wahrheit (oder Richtigkeit): gerechtfertigte Behauptbarkeit. - Nicht einfach durch Sachverhalte, sondern durch wahrgenommene und begriffene Sachverhalte. - Es geht um Rechtfertigungsbedingungen, nicht um geist-externe Wahrheitsbedingungen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

> Gegenargumente gegen Putnam
> Gegenargumente zu Anti-Realismus

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.09.2017