Philosophie Lexikon der Argumente

Screenshot Tabelle Begriffe

Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 292
Tierversuche/Molekulargenetik/Munafò: Das grundlegende experimentelle Design ist die Analyse der Assoziation zwischen genotypischer und phänotypischer Variation in einer Kreuzung zwischen zwei Inzuchtstämmen von Nagetieren (normalerweise, aber nicht unbedingt, mit kontrastierenden Temperamentphänotypen).
Molekulargenetische Kennzeichnungen werden dann verwendet, um zu bestimmen, welche chromosomalen Segmente mit dem Merkmal getrennt sind (d.h. welche chromosomalen Regionen von Tieren geteilt werden, die für das Merkmal von Interesse phänotypisch ähnlich sind). In den letzten zehn Jahren wurden auf einer Reihe von Chromosomen QTL (Quantitative Trait Loci), die vermeintlich mit dem Temperament zusammenhängen, identifiziert, obwohl deren molekularer Charakter unklar bleibt.
VsMolekulargenetik:

(1) Genetische Abbildung identifiziert eine potenzielle funktionelle Variante und nicht ein Gen. Funktionell wichtige Varianten, die die Genexpression beeinflussen, können etwas entfernt von einem Gen oder sogar an der Stelle eines nicht verwandten Gens liegen.

(2) Das Versuchsdesign bietet nur eine begrenzte Anzahl von Rekombinanten in einer einzigen Generation (typischerweise zwischen eins und zwei), so dass die Auflösung zur Abbildung eines bestimmten Locus begrenzt ist und Regionen identifiziert werden können, die noch Hunderte oder vielleicht Tausende von Genen enthalten können.

(3) Eine potenzielle Schwierigkeit bei Tierversuchen besteht darin, ob die in Tierversuchen identifizierten Gene einen Orthologen beim Menschen haben (d.h. funktionell mit einem menschlichen Gen verwandt sind, mit großer Sequenzähnlichkeit), obwohl die Erhaltung eines Großteils des Genoms bei Nagetieren und Menschen ein Grund für die extensive Verwendung von Nagetieren als Tiermodell für menschliche Eigenschaften ist.

Lösung: Man kann in genetisch heterogenen Beständen von Nagetieren abbilden, welche aus mehreren (meist acht) Inzuchtstämmen erzeugt werden, die nacheinander für maximale Vielfalt miteinander verbunden und über mehrere Generationen durch ein Programm der pseudozufälligen Paarung erhalten wurden. Da diese Tiere mehrere Generationen von den ursprünglichen Vorfahren entfernt sind, bietet dies das Potenzial, eine QTL auf eine begrenzte Anzahl von Genen abzubilden, obwohl dies eine deutliche Erhöhung der Kennzeichendichte erfordert und die Analyse in diesem Fall wesentlich komplexer ist.



Marcus R. Munafò,“Behavioural genetics: from variance to DNA“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.)2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Molekulargenetik

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Send Link
> Gegenargumente gegen Molekulargenetik

Autoren A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  


Begriffe A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z