Philosophie Lexikon der Argumente

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Verhalten, Philosophie: Beobachtbare Veränderungen im beschreibbaren Zustand von lebenden Organismen, die von diesen Organismen selbst initiiert sind oder die eine Reaktion auf äußere Reize darstellen, bei denen eine gewisse Wahlmöglichkeit der Reaktion besteht. Flankierende Gedanken gehören nicht zum Verhalten, da sonst eine beliebige Ausweitung des Bezugsrahmens eine Bestimmung des Verhaltens unmöglich machen würde. Siehe auch Behaviorismus, Psychologie, Mentalismus, Naturalismus, Beobachtung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 365
Verhalten/Corr: [es gibt] einen grundlegenderen Aspekt des BIS (Verhaltenhemmungs-System; >Terminologie/Corr), nämlich dass er für Zielkonflikte empfindlich ist (z.B. Annäherungsvermeidung; z.B. nähert sich ein Tier einer Bedrohung nur dann, wenn es eine Möglichkeit gibt, ein lohnendes Ergebnis zu erzielen, wie z.B. Nahrung). Drohungen (im Gegensatz zur Primärstrafe selbst) sind jedoch nur eine Quelle der Abneigung. Die überarbeitete RST (>Reinforcement Sensivity Theorie/Corr) argumentiert, dass im Prinzip Ansatz-Ansatz und Vermeidung-Vermeidungskonflikte auch die Aktivierung desselben Systems beinhalten und im Wesentlichen die gleichen Effekte wie die klassische Ansatzvermeidung haben.
Das aversive Element liegt in der Möglichkeit, einen Fehler zu machen, daher verbringen wir in der Regel Zeit damit, alle Möglichkeiten abzuwägen und nach möglichen Nachteilen für jede Entscheidung zu suchen. >Angst/Corr.
Corr I 366
BAS/Verhaltenannäherung-System: Es kann davon ausgegangen werden, dass das BAS komplexer ist als konventionell angenommen - und in der Tat komplexer sein könnte als entweder die FFFS oder die BIS.6 I (Corr 2008a) entwickelte das Konzept des Teilzielgerüsts, das die einzelnen, sich jedoch überschneidenden Phasen des BAS-Verhaltens widerspiegelt,
Korr I 367
bestehend aus einer Reihe von begehrlichen, motivierten Teilzielen. Das Teilzielgerüst spiegelt die Tatsache wider, dass es notwendig ist, eine Reihe unterschiedlicher Prozesse einzuleiten, um sich entlang des zeitlichen und räumlichen Gradienten bis zur endgültigen primären biologischen Verstärkung zu bewegen. Komplexes Vorgehensverhalten beinhaltet eine Reihe von Verhaltensprozessen, die sich zum Teil gegenüberstehen. Ein solches Verhalten erfordert oft Zurückhaltung und Planung, aber gerade am letzten Punkt der Erfassung des biologischen Verstärkers ist die Impulsivität angemessener. (....) "Impulsivität" ist vielleicht nicht der am besten geeignete Name für die Persönlichkeitsdimension, die BAS-Prozesse widerspiegelt (Franken und Muris 2006(1); Smillie, Jackson und Dalgleish 2006)(2). Es gibt Hinweise darauf, dass das BAS auf psychometrischer Ebene mehrdimensional ist. So messen beispielsweise Carver and White (1994)(3) mit BIS/BAS-Skalen drei Aspekte von BAS: Belohnung-Reaktionsfähigkeit, Triebe und die Suche nach Spaß - diese Skalen haben sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen gute psychometrische Eigenschaften (z.B. Caci, Deschaux und Baylé 2007(4); Cooper, Gomez und Aucute 2007(5)). >Triebe/Corr, >Angst/Furcht/Corr.
I 368
Extraversion/CorrVsEysenck: In der überarbeiteten RST (>Reinforcement Sensivity Theorie/Corr) müssen wir davon ausgehen, dass der Extraversionsfaktor von Eysenck das Gleichgewicht von Belohnungs- und Strafsystemen (eine zentrale Annahme in der RST) widerspiegelt, um eine brauchbare Erklärung dafür zu erhalten, warum Extraversion und Erregung so oft mit experimentellen Untersuchungen der Persönlichkeit in Verbindung gebracht werden.



1. Franken, I. H. A. and Muris, P. 2006. Gray’s impulsivity dimension: a distinction between Reward Sensitivity versus Rash Impulsiveness, Personality and Individual Differences 40: 1337–47
2. Smillie, L. D., Jackson, C. J. and Dalgleish, L. I. 2006. Conceptual distinctions among Carver and White’s (1994) BAS scales: a reward-reactivity versus trait impulsivity perspective, Personality and Individual Differences 40: 1039–50
3. Carver, C. S. and White, T. L. 1994. Behavioral inhibition, behavioral activation, and affective responses to impending reward and punishment: the BIS/BAS scales, Journal of Personality and Social Psychology 67: 319–33
4. Caci, H., Deschaux, O. and Baylé, F. J. 2007. Psychometric properties of the French versions of the BIS/BAS and the SPSRQ, Personality and Individual Differences 42: 987–98
5. Cooper, A., Gomez, R. and Aucute, H. 2007. The Behavioural Inhibition System and Behavioural Approach System (BIS/BAS) scales: measurement and structural invariance across adults and adolescents, Personality and Individual Differences 43: 295–305


Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

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