Philosophie Lexikon der Argumente

Home Screenshot Tabelle Begriffe

Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 355
Konditionierung/Psychologische Theorien: Auch wenn wir davon ausgehen, dass Eysencks (1957)(1) Theorie richtig war, kann die klassische Konditionierung die bekannten Phänomene der Neurose nicht berücksichtigen. Wie von Corr (2008a)(2) diskutiert, geht die klassische Konditionierungstheorie der Neurose davon aus, dass als Ergebnis der Paarung des konditionierten Reizes (CS) (z.B. Haartier) und des unkonditionierten Reizes (UCS) (z.B, Schmerzen beim Hundebiss), die CS die auslösenden Eigenschaften der UCS übernimmt, so dass die CS nach der Konditionierung und bei alleiniger Präsentation eine Reaktion (d.h. die konditionierte Reaktion (CR), z.B. Angst, und die damit verbundenen Verhaltensweisen) erzeugt, die der von der UCS ausgelösten unkonditionierten Reaktion (UCR) (z.B. Schmerz und die damit verbundenen Verhaltensweisen) ähnelt.
Problem: Die CR (z.B. Angst) ersetzt nicht die UCR (z.B. Schmerz). In einigen entscheidenden Punkten ähnelt die CR nicht einmal der UCR. Zum Beispiel löst ein Schmerz UCS eine Vielzahl von Reaktionen aus (z.B. Stimmgebung und Verhaltenserregung - erinnern Sie sich an das letzte Mal, als ein Objekt Sie hart getroffen hat!). Diese Reaktionen sind jedoch gänzlich anders - tatsächlich stehen sie im Gegensatz zu einem CS-Signalschmerz, der aus einem anderen Verhaltensspektrum (z.B. Ruhe und Verhaltenshemmung) besteht. >Konditionierung/Eysenck, >Konditionierung/Gray.


1. Eysenck, H. J. 1957. The dynamics of anxiety and hysteria. New York: Preger
2. Corr, P. J. 2008a. Reinforcement sensitivity theory (RST): Introduction, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 1–43. Cambridge University Press


Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

- - -

Slater I 28
Konditionierung/psychologische Theorien: In den Jahren seit 1920 (Watsons und Rayners Experiment "Little Albert", Watson und Rayner 1920)(1); >Experiment/Watson) hat sich die klassische Konditionierung als komplexe Operation erwiesen, die von vielen verfahrenstechnischen Nuancen (Bouton, 2002(2); Field, 2006a(3)) und Subjektmerkmalen abhängt, die ihre Wirkung qualifizieren (Craske, 2003)(4). Zwei der wichtigsten verfahrenstechnischen Fragen konzentrieren sich auf zwei Merkmale, die mit der klassischen Konditionierung in Verbindung gebracht werden sollen: Äquipotenzialität und Extinktion.
Die Äquipotenzialität bezieht sich auf die Vorstellung, dass jeder Stimulus in der Lage ist, zu einem konditionierten Stimulus zu werden, wenn er mit einem bedingungslosen Stimulus verbunden ist. Dieser Gedanke hat sich natürlich nicht im Laufe der Zeit bewährt. Für die Kritik an Watsons und Rayners Experiment von 1920 >VsWatson, >Konditionierung/Watson, >Experiment/Watson, >Konditionierung/Craske.
Slater I 29
VsWatson: Einige frühe Versuche, konditionierte emotionale Reaktionen bei Kleinkindern durch andere Forscher zu replizieren, waren eher gemischt, wobei einige erfolgreich waren (z.B. Jones, 1931)(5), während andere nicht erfolgreich waren (z.B. Bregman, 1934(6); Valentine, 1946(7)). Aus konzeptioneller und theoretischer Sicht war Watson und Rayners Darstellung der klassischen Konditionierung eindeutig simpel, und unter der Annahme, dass die Konditionierung produziert wurde, kann sie auch zufällig gewesen sein!


1. Watson, J. B., & Rayner, R. (1920). Conditioned emotional responses. Journal of Experimental Psychology, 3, 1–14.
2. Bouton, M. E., (2002). Context, ambiguity, and unlearning: Sources of relapse after behavioral extinction. Biological Psychiatry, 52, 976–986.
3. Field, A. P. (2006a). Is conditioning a useful framework for understanding the development and treatment of phobias? Clinical Psychology Review, 26, 857–875.
4. Craske, M. G. (2003). Origins of phobias and anxiety disorders. Amsterdam: Elsevier Science.
5. Jones, H. E. (1931). The conditioning of overt emotional responses. Journal of Educational Psychology, 22, 127–130.
6. Bregman, E. (1932). An attempt to modify the emotional attitudes of infants by the conditioned response technique. Journal of Genetic Psychology 45: 169-196
7. Valentine, C. W. (1946). The psychology of early childhood (3rd edn). London: Meuthen.


Thomas H. Ollendick, Thomas M. Sherman, Peter Muris, and Neville J. King, “Conditioned Emotional Reactions. Beyond Watson and Rayner’s Little Albert”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Psychologische Theorien

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012

Send Link

Autoren A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  


Begriffe A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z